Neo Performance Aktie: Rare Metals EBITDA um 313 Prozent

Neo Performance übertrifft Erwartungen mit starkem Q2 und hebt Prognose deutlich an. Analysten bleiben optimistisch, die Aktie gibt jedoch nach.

Die Kernpunkte:
  • EBITDA steigt um 200 Prozent
  • Rare Metals treibt Wachstum an
  • Jahresprognose deutlich angehoben
  • Kurs trotz positiver Zahlen schwächer

Neo Performance Materials hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die selbst optimistische Erwartungen übertroffen haben. Das bereinigte EBITDA schoss im zweiten Quartal um 200 Prozent auf 57,0 Millionen US-Dollar nach oben, der Umsatz legte um 79,7 Prozent auf 205,7 Millionen US-Dollar zu.

Die Aktie notiert an diesem Donnerstag bei 22,72 Euro und gibt damit 2,6 Prozent nach – ein Nachklapp der Gewinnmitnahmen, die schon in den Tagen nach der Rekordmeldung eingesetzt hatten.

Rare Metals als Wachstumstreiber

Den größten Beitrag zum Ergebnis lieferte die Sparte Rare Metals. Sie erzielte mit 106 Millionen US-Dollar einen Umsatz, der sich gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu verdreifachte, während das bereinigte EBITDA um 313 Prozent auf 44,4 Millionen US-Dollar stieg. Treiber waren Rekordpreise für Hafnium, Gallium und Tantal sowie ein um 40 Prozent höheres Hafnium-Volumen.

Auch die Sparte Chemicals & Oxides lieferte solide Zahlen: Das bereinigte EBITDA kletterte um 56,4 Prozent auf 8,5 Millionen US-Dollar, gestützt durch ein Plus von 7,0 Prozent bei den Emissionskatalysator-Volumen und verbesserte Kosten am neuen Fertigungsstandort.

Vor diesem Hintergrund hob das Management die Jahresprognose deutlich an: Statt der bisherigen Spanne von 100 bis 110 Millionen US-Dollar erwartet Neo Performance für das Gesamtjahr 2026 nun ein bereinigtes EBITDA zwischen 140 und 150 Millionen US-Dollar – und rechnet damit, sich am oberen Ende dieser neuen Spanne zu bewegen.

Magnetwerk und Bilanz im Blick

Strategisch bedeutsam ist der Fortschritt beim europäischen Werk für Seltenerd-Magnete: Phase 1a wurde termin- und budgetgerecht abgeschlossen, Probemagnete befinden sich derzeit in der Qualifizierung bei Kunden. Zwei bis drei Motorenprogramme sollen bis Ende des Jahres in die kommerzielle Fertigung übergehen.

Zugleich zeigt die Bilanz Belastungen: Zum 30. Juni verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von 96,2 Millionen US-Dollar bei einer Gesamtverschuldung von 157,2 Millionen US-Dollar. Der operative Cashflow des ersten Halbjahres war mit einem Abfluss von 49,6 Millionen US-Dollar negativ, was auf einen höheren Lagerbestand und die Beilegung eines europäischen Patentstreits zurückgeht.

Das Unternehmen bekräftigte zudem seine Dividendenpolitik: Für das Quartal wurde eine Ausschüttung von 0,10 kanadischen Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 28. September an Aktionäre, die am 18. September im Register stehen.

Analysten reagieren, Kurs bleibt volatil

Am Mittwoch reagierte das Analysehaus Stifel Nicolaus auf die Zahlen und hob sein Kursziel von 49 auf 55 kanadische Dollar an, die Einstufung „Buy“ blieb bestehen. Regulatorische Meldungen deuten zudem darauf hin, dass Firmeninsider die Aktie in den vergangenen drei Monaten per saldo zugekauft haben – ein Signal, das gegen die kurzfristige Nervosität am Markt steht.

Diese Nervosität zeigt sich deutlich in den Kennzahlen: Binnen 30 Tagen hat die Aktie 17 Prozent verloren, nachdem sie zuvor auf ein Zwölfmonatshoch von 30,50 Euro gestiegen war. Die Bewertung bleibt damit anspruchsvoll, die operative Entwicklung des Unternehmens aber intakt.

Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob die angehobene Guidance in den kommenden Quartalen bestätigt wird – erst dann würde sich zeigen, ob der jüngste Kursrückgang eine Korrektur oder der Beginn einer nachhaltigeren Konsolidierung ist.

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