Neste Aktie: Rekordquartal, teurer Ausbau

Höhere Margen und starke Ergebnisse stärken Neste; der Ausbau in Rotterdam verteuert sich, während der Verwaltungsrat eine neue Ausschüttungsquote beschließt.

Die Kernpunkte:
  • EBITDA steigt auf 1,555 Milliarden Euro
  • Erneuerbare Produkte erzielen Rekordabsatz
  • Rotterdam-Ausbau kostet rund 3,0 Milliarden Euro
  • Verwaltungsrat beschließt Ausschüttung von 20 bis 40 Prozent

Neste liefert ein Quartal, das die Erwartungen weit hinter sich lässt – und kündigt im selben Atemzug höhere Kosten für sein wichtigstes Wachstumsprojekt an. Zusätzlich gibt es eine neue Ausschüttungspolitik.

Starke Zahlen in allen Sparten

Das vergleichbare EBITDA stieg im dritten Quartal auf 1,555 Milliarden Euro, nach 531 Millionen im Vorjahr. Die Markterwartung lag bei rund 1,2 Milliarden Euro.

Unter dem Strich verdiente der finnische Konzern 1,037 Milliarden Euro, das entspricht 1,35 Euro je Aktie. Der Umsatz legte um gut 44 Prozent auf 6,551 Milliarden Euro zu.

Treiber waren beide großen Sparten. Erneuerbare Produkte erreichten ein EBITDA von 1,011 Milliarden Euro, getragen von einem Rekordabsatz von 1,29 Millionen Tonnen und einer Auslastung von 97 Prozent. Die Verkaufsmarge sprang auf 1.068 Dollar je Tonne, im Vorjahr waren es 480 Dollar.

Auch das Ölgeschäft überraschte positiv. Obwohl die Raffinerie Porvoo wegen der achtwöchigen Wartung nur zu rund der Hälfte ausgelastet war, kam Oil Products auf 504 Millionen Euro EBITDA. Der Grund: ungewöhnlich hohe Margen für Mitteldestillate.

Konzernchef Heikki Malinen verweist auf den Nahost-Konflikt und Ausfälle russischer Raffinerien, die das Angebot knapp halten. Neste hatte vor der Wartung Lagerbestände aufgebaut und verkaufte während des Stillstands daraus.

Rotterdam wird teurer

Der Dämpfer kommt aus den Niederlanden. Die Investitionen für den Ausbau der Raffinerie Rotterdam steigen auf rund 3,0 Milliarden Euro, zuvor waren 2,5 Milliarden veranschlagt. Neste nennt Produktivitätsprobleme beim Baupersonal und Abhängigkeiten in dem komplexen Projekt als Ursachen. Der Anlauf ist nun für Ende 2027 vorgesehen.

Malinen zeigt sich überzeugt vom Nutzen: Nach Fertigstellung werde Rotterdam der weltweit größte Standort für erneuerbare Kraftstoffe sein. Die Investitionsplanung für 2026 bleibt mit rund 1,2 Milliarden Euro unverändert.

Mehr für die Aktionäre

Der starke Cashflow drückte die Verschuldung deutlich. Die Verschuldungsquote sank auf 22,6 Prozent, deutlich unter dem Zielwert von 40 Prozent. Die Nettoverschuldung fiel gegenüber dem Vorquartal um mehr als 800 Millionen Euro.

Dieser Spielraum fließt in eine neue Dividendenpolitik. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, künftig 20 bis 40 Prozent des Gewinns je Aktie auszuschütten. Neste begründet das mit dem gestärkten Bilanzprofil und dem Vertrauen in die Cashgenerierung über den Zyklus hinweg.

Die Prognose für 2026 bleibt bestehen: Der Absatz erneuerbarer Produkte soll ungefähr auf Vorjahresniveau liegen. Im vierten Quartal stehen Wartungen in Rotterdam (acht Wochen) und ab Dezember in Singapur (elf Wochen) an. Am Nachmittag erläutert das Management die Zahlen in einer Telefonkonferenz für Analysten.

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