Nestlé Aktie: Defensive Qualität gefragt

Schwache US-Arbeitsmarktdaten treiben Anleger in defensive Aktien wie Nestlé. Der Titel legt zu und stützt den Gesamtmarkt.

Die Kernpunkte:
  • Kursplus von 1,9 Prozent
  • Flucht in defensive Qualität
  • Enttäuschende US-Jobzahlen als Auslöser
  • SMI erreicht neues Allzeithoch

Schwache US-Jobdaten, starke Schweizer Schwergewichte: Am Donnerstag hat sich Nestlé einmal mehr als Fluchtpunkt für Anleger erwiesen, die auf Nummer sicher gehen wollen. Die Aktie schloss mit einem Aufschlag von 1,9 Prozent und zählte damit zu den Stützen eines SMI, der zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch bei 14.407 Punkten markierte.

Der Auslöser lag diesmal nicht im Unternehmen selbst, sondern in Washington. Der US-Arbeitsmarktbericht fiel deutlich schwächer aus als erwartet: Volkswirte hatten mit einem Stellenzuwachs von 115.000 gerechnet, tatsächlich entstanden nur 57.000 neue Jobs. Zudem wurden die Vormonatswerte spürbar nach unten revidiert.

Warum defensive Werte profitieren

Schwache Konjunkturdaten nähren an der Börse reflexartig Zinssenkungsfantasien — und genau das trieb am Donnerstag die Nachfrage nach defensiven Titeln wie Nestlé an. Investoren rechnen nun eher mit einer vorsichtigeren Geldpolitik der US-Notenbank, was Konsumgüterkonzerne mit stabilen Cashflows attraktiver macht als zyklische Werte.

Schon in den Handelsstunden zuvor hatte Nestlé den SMI gestützt. Nach zwei schwächeren Handelstagen führte das Zusammenspiel aus starken Schwergewichten und Berichten über Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran dazu, dass der Index die Marke von 14.200 Punkten zurückeroberte. Auch dort zählte Nestlé neben Roche zu den tragenden Kräften.

Die Kombination aus geopolitischer Entspannung und nachlassendem Zinsdruck bildete damit über den gesamten Handelstag hinweg das Fundament für die Kursgewinne bei den defensiven SMI-Werten. Ob sich dieser Rückenwind hält, dürfte sich an den kommenden US-Konjunkturdaten entscheiden — insbesondere daran, ob sich der schwache Junibericht als Ausreißer oder als Trendwende erweist.

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