Nestlé Aktie: Leistungsdruck steigt

Nestlé führt ein strengeres Vergütungsmodell ein, das Top-Performer stark belohnt und reduziert parallel weltweit Tausende Stellen. Der Konzern fokussiert sich auf vier Kernbereiche.

Die Kernpunkte:
  • Neues Bonussystem mit sechs Leistungsstufen
  • Weltweiter Abbau von 16.000 Stellen bis 2027
  • Fokus auf vier Kernbereiche wie Kaffee und Heimtiernahrung
  • Organisches Wachstumsziel für 2026 bei drei bis vier Prozent

Nestlé krempelt die Unternehmenskultur um. Während CEO Philipp Navratil weiter Stellen abbaut und Geschäftsbereiche verkauft, verschärft der Konzern nun den Druck auf die Belegschaft: Ein neues Bonussystem belohnt Spitzenkräfte deutlich stärker – und lässt Underperformer fast leer ausgehen.

Sechs Stufen statt drei: Das neue Vergütungsmodell

Am 25. Februar führte Nestlé ein überarbeitetes Leistungsmesssystem ein, das die bisherigen drei Bewertungsstufen auf sechs erweitert. Mitarbeiter mit der Bestnote „exemplary“ können künftig bis zu 150 Prozent ihres Bonusziels erhalten, zuvor waren maximal 130 Prozent möglich. Wer hingegen als „unsatisfactory“ eingestuft wird, erhält nur noch zwischen null und 50 Prozent der anvisierten Prämie.

Kernstück der Reform ist die direkte Kopplung an das reale interne Wachstum (RIG) – also das mengenbasierte Umsatzwachstum. Navratil selbst sprach bei der Vorstellung der Jahreszahlen von einem „RIG-Gatekeeper“, der als Mindestvoraussetzung für Bonuszahlungen dient. Das RIG lag 2025 bei nur 0,8 Prozent, Navratil will diese Kennzahl deutlich steigern.

Südafrika macht den Anfang beim Stellenabbau

Parallel zur Vergütungsreform setzt Nestlé die angekündigten Jobkürzungen um. In Südafrika erhielten mehr als 400 Mitarbeiter ihre Kündigungen. Weltweit plant der Konzern bis 2027 den Abbau von 16.000 Stellen im Zuge der Konzentration auf vier Kernbereiche: Kaffee, Heimtiernahrung, Ernährung sowie Food & Snacks.

Belastetes Geschäftsjahr 2025

Die Zahlen für 2025 zeigen die Herausforderungen, vor denen der Konzern steht. Bei einem Umsatz von 89,5 Milliarden Schweizer Franken erreichte Nestlé ein organisches Wachstum von 3,5 Prozent – davon stammten 2,8 Prozentpunkte aus Preiserhöhungen. Die operative Marge lag bei 16,1 Prozent, der freie Cashflow bei 9,2 Milliarden Franken.

Ein globaler Rückruf von Säuglingsnahrung im Januar kostete den Konzern 185 Millionen Franken und dürfte das Wachstum 2026 um rund 20 Basispunkte belasten. Auslöser war der Nachweis von Cereulid, das durch einen Inhaltsstoff eines externen Lieferanten in die Produktion gelangte.

Portfolio-Verkäufe schreiten voran

Das verbleibende Eiscremegeschäft geht an Froneri, ein Joint Venture von PAI und Nestlé. Auch das Wassergeschäft mit Marken wie Perrier und San Pellegrino steht zum Verkauf, eine Entkonsolidierung ist bis 2027 geplant. Die Vitamin- und Nahrungsergänzungssparte wird ebenfalls veräußert.

Mit dem Abgang von Anna Mohl, Chefin von Nestlé Health Science, zum 28. Februar wird dieser Bereich direkt in das Kernsegment Nutrition integriert.

Ausblick: Wachstum in der zweiten Jahreshälfte

Für 2026 peilt Nestlé ein organisches Wachstum zwischen drei und vier Prozent an. Die operative Marge soll sich verbessern, das reale interne Wachstum beschleunigen. Das stärkere Momentum erwartet das Management erst in der zweiten Jahreshälfte. Der freie Cashflow soll über neun Milliarden Franken liegen.

Die Aktie notiert aktuell bei 92,25 Euro und liegt damit rund zehn Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresanfang gewann der Titel neun Prozent.

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