Nestlé Aktie: Radikaler Umbau startet

Nestlé-Chef Navratil kündigt massiven Stellenabbau und strategische Fokussierung an, was die Aktie beflügelt, obwohl sich Produktrückrufe bei Babynahrung ausweiten.

Die Kernpunkte:
  • Massiver Stellenabbau von rund 16.000 Positionen
  • Strategische Konzentration auf vier Kernbereiche
  • Ausweitung von Rückrufen bei BEBA und Guigoz
  • Aktienkurs legt trotz operativer Belastung zu

Nestlé sendet am heutigen Mittwoch widersprüchliche Signale, doch die Börse hat einen klaren Favoriten. Während eine Ausweitung von Produktrückrufen bei Babynahrung das operative Geschäft belastet, sorgt CEO Philipp Navratil mit einer harten Restrukturierungsankündigung für Kaufstimmung. Investoren blenden die kurzfristigen Risiken offenbar aus und fokussieren sich auf die geplanten massiven Einsparungen.

  • Kursreaktion: Anstieg auf 78,09 CHF (+2,64 %)
  • Maßnahme: Geplanter Abbau von rund 16.000 Stellen
  • Operative Last: Rückruf von BEBA und Guigoz ausgeweitet
  • Strategie: Konzentration auf vier Kernsäulen

Navratil greift durch

Der seit September 2025 amtierende Konzernchef Philipp Navratil treibt die Neuausrichtung des Lebensmittelriesen aggressiver voran als erwartet. Berichten zufolge plant das Management, innerhalb der nächsten 18 Monate rund 16.000 Stellen zu streichen. Dieser drastische Einschnitt ist Teil eines umfassenden Sparprogramms, das die Effizienz steigern und die Innovationsgeschwindigkeit erhöhen soll.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nestle?

Strategisch will sich Nestlé künftig auf vier zentrale Geschäftsbereiche konzentrieren: Kaffee, Tiernahrung (Pet Care), Ernährung & Gesundheit sowie Lebensmittel & Snacks. Der Markt honoriert diesen Fokus auf Margensicherung. Die Aktie kletterte im heutigen Handel auf 78,09 CHF. Diese Erholung ist für Anleger auch dringend nötig, da der Titel seit Jahresbeginn noch immer mit über 20 Prozent im Minus liegt.

Rückrufe weiten sich aus

Überschattet wird der strategische Befreiungsschlag von anhaltenden Problemen im Segment Säuglingsnahrung. Am 3. und 4. Februar musste der Konzern den laufenden Rückruf in Europa ausweiten. In Deutschland sind nun zusätzlich drei Chargen der Marke BEBA betroffen, deren Haltbarkeit bis ins Jahr 2027 reicht. Auslöser ist der Nachweis des Bakterientoxins Cereulid in Zutaten eines chinesischen Zulieferers.

Besonders in Frankreich steht das Unternehmen unter Beobachtung. Nachdem die Behörden dort die Grenzwerte für das Toxin gesenkt hatten, musste auch die Marke Guigoz zurückgerufen werden. Zwar betonen Nestlé und das französische Gesundheitsministerium, dass bislang keine Beweise für einen direkten Zusammenhang mit Erkrankungen vorliegen, doch die Justiz prüft den Fall routinemäßig.

Das aktuelle Kursplus zeigt deutlich, dass Investoren die langfristigen Kostensenkungen derzeit höher gewichten als das Reputationsrisiko der Rückrufe. Ob diese Rechnung aufgeht, wird davon abhängen, wie schnell Navratil den Konzernumbau ohne weitere operative Störfeuer umsetzen kann.

Nestle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nestle-Analyse vom 5. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Nestle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nestle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nestle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...