Nestlé Aktie: Umbau läuft

Nestlé meldet solides Umsatzwachstum, muss aber einen deutlichen Gewinneinbruch verkraften. Der Konzern treibt den Portfolio-Umbau mit Verkäufen und Fokussierung auf vier Kernbereiche voran.

Die Kernpunkte:
  • Organisches Wachstum übertrifft Markterwartungen
  • Nettogewinn sinkt um 17 Prozent
  • Strategische Fokussierung auf vier Kerngeschäfte
  • Verkauf von Eiscreme- und Wassersparte geplant

Nestlé baut sein Portfolio gerade so um, dass am Ende nur noch die stärksten Sparten das Steuer übernehmen. Der Konzern liefert dazu solide Quartalsdaten – muss aber gleichzeitig einen deutlichen Gewinnrückgang erklären. Die entscheidende Frage: Bringt der neue Fokus schnell genug bessere Margen?

Zahlen: Wachstum ok, Gewinn sinkt

Im vierten Quartal 2025 kam Nestlé auf 4,0% organisches Wachstum und lag damit über den Markterwartungen (FactSet-Konsens: 3,55%). Auffällig: Das reale interne Wachstum (RIG) zog im zweiten Halbjahr auf 1,4% an, nach 0,2% in den ersten sechs Monaten. Das spricht für eine bessere operative Dynamik, nicht nur für Preisanpassungen.

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Auf Jahressicht sieht das Bild gemischt aus. Der Umsatz sank auf CHF 89,5 Mrd. (Vorjahr: CHF 91,4 Mrd.), das organische Wachstum lag bei 3,5%. Gleichzeitig rutschte die UTOP-Marge auf 16,1% (Vorjahr: 17,2%), der Nettogewinn fiel um 17% auf CHF 9,0 Mrd. Als Treiber nennt der Konzern höhere Inputkosten, gestiegene Marketing-Ausgaben sowie Restrukturierungsposten von CHF 1,7 Mrd. – darunter auch Kosten im Zusammenhang mit dem Rückruf von Säuglingsnahrung.

Unterm Strich bleibt der Cashflow robust: Free Cash Flow CHF 9,2 Mrd.. Zudem soll die Dividende leicht steigen auf CHF 3,10 je Aktie (Vorjahr: CHF 3,05).

Strategie: Vier Kerngeschäfte, Verkäufe und ein klarer Schnitt

CEO Philipp Navratil (im Amt seit September 2025) richtet Nestlé auf vier Bereiche aus: Coffee, Petcare, Nutrition sowie Food & Snacks. Diese Säulen machen laut Unternehmen zusammen rund 70% des Konzernumsatzes aus (Coffee, Petcare und Nutrition allein).

Dazu kommen konkrete Portfolio-Schritte:

  • Eiscreme-Verkauf an Froneri: Nestlé spricht von fortgeschrittenen Verhandlungen, das verbliebene Eiscreme-Geschäft (knapp CHF 1 Mrd. Umsatz) an Froneri zu verkaufen, ein 50:50-Joint-Venture mit PAI Partners. Die Integration ist für 2026 bis Anfang 2027 geplant. Die 50%-Beteiligung an Froneri will Nestlé nicht abgeben.
  • Wassersparte bis 2027 herauslösen: Die Partnersuche startete laut Nestlé bereits im Q1 2026, bis 2027 soll die Sparte dekonsolidiert werden (Marken u.a. Perrier, San Pellegrino, Henniez).
  • Health Science wird in Nutrition integriert: Die bisherige Health-Science-Chefin Anna Mohl verlässt das Unternehmen zum 28. Februar 2026.

Ausblick 2026: Rückruf-Effekt und Sparprogramm

Für 2026 stellt Nestlé 3 bis 4% organisches Wachstum in Aussicht, dazu eine Verbesserung der UTOP-Marge. Der Free Cash Flow soll über CHF 9 Mrd. liegen.

Belastungsfaktor bleibt der globale Rückruf von Säuglingsnahrung (Januar 2026) wegen Cereulid-Kontamination. Nestlé beziffert den Dämpfer für die organische Wachstumsprognose 2026 auf 20 Basispunkte; die finanziellen Auswirkungen sollen laut CFO erst 2026 in den Zahlen sichtbar werden.

Parallel läuft das Kostensenkungsprogramm schneller als geplant: 20% des Ziels von CHF 1 Mrd. jährlichen operativen Einsparungen seien bereits erreicht. Der angekündigte Abbau von 16.000 Stellen bleibt Bestandteil der Restrukturierung.

Zum Marktbild: Technisch wirkt die Aktie zuletzt stabiler – der Schlusskurs vom Freitag lag bei 88,43 Euro, damit rund 6,8% unter dem 52‑Wochen‑Hoch.

Am 16. April 2026 steht außerdem die Generalversammlung an, auf der zwei neue Verwaltungsräte gewählt werden sollen – darunter Ex-SNB-Präsident Thomas Jordan.

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