Netflix Aktie: Entscheidung steht an
Netflix wartet auf das finale Angebot von Paramount für Warner Bros. Discovery. Der Streaming-Riese hält sich ein Mitziehrecht offen, während der WBD-Vorstand die Netflix-Fusion empfiehlt.

- Frist für Paramounts Verhandlungen mit WBD läuft ab
- WBD-Vorstand empfiehlt einstimmig Netflix-Deal
- Netflix-Aktie verliert seit Deal-Ankündigung an Wert
- Aktionärsabstimmung über Netflix-Fusion für März geplant
Netflix steht vor einer wegweisenden Woche. Am heutigen Montag läuft die siebentägige Frist ab, die der Streaming-Konzern Warner Bros. Discovery (WBD) eingeräumt hat, um mit dem Konkurrenzbieter Paramount Skydance zu verhandeln. Die Aktie schloss am Freitag bei 78,67 Dollar – ein Plus von 2,17 Prozent. Der Kursanstieg kam, nachdem Paramount verkündet hatte, die kartellrechtliche Prüfung des US-Justizministeriums erfolgreich hinter sich gebracht zu haben. Netflix reagierte umgehend und spielte die Bedeutung herunter.
Paramount meldet Fortschritt – Netflix widerspricht
Paramount teilte am Freitag mit, dass die zehntägige Wartefrist nach der Beantwortung einer zweiten Informationsanfrage des Justizministeriums am 19. Februar abgelaufen sei. Das Unternehmen interpretierte dies als grünes Licht: Es gebe „kein gesetzliches Hindernis mehr in den USA für den Abschluss“ der geplanten Übernahme von WBD.
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Netflix-Chefjurist David Hyman konterte scharf: „Paramount Skydance täuscht die Aktionäre weiterhin und lenkt von den Fakten ab. Routinemäßige kartellrechtliche Meilensteine bedeuten weder eine Genehmigung des Justizministeriums noch eine Entscheidung. Sie haben die erforderlichen Genehmigungen nicht gesichert und sind davon weit entfernt.“
Tatsächlich stellt der Ablauf der Wartefrist keine endgültige Freigabe dar. Das Justizministerium kann auch nach Fristablauf weiter ermitteln und notfalls Klage gegen die Transaktion einreichen.
Die Frist läuft heute ab – was nun?
Am 17. Februar gewährte Netflix WBD eine eng begrenzte Ausnahmegenehmigung, die bis heute gilt. In diesem Zeitraum darf WBD mit Paramount Skydance verhandeln. Ziel der Frist: Paramount soll sein „bestes und finales“ Angebot vorlegen und die vom WBD-Vorstand identifizierten „Mängel“ beseitigen.
WBD gab bekannt, dass ein ranghoher Paramount-Vertreter bereit sei, das Angebot von derzeit 30 Dollar pro Aktie auf 31 Dollar zu erhöhen – nur um überhaupt wieder ins Gespräch zu kommen. Netflix bietet im bereits unterzeichneten Vertrag 27,75 Dollar je Aktie in bar für WBDs Streaming- und Studiosparte, einschließlich HBO Max, HBO und der Warner Bros. Film- und Fernsehstudios.
Entscheidend: Nach Ablauf der Frist behält Netflix ein Mitziehrecht. Co-CEO Ted Sarandos erklärte am 17. Februar, die Ausnahmegenehmigung diene dazu, den WBD-Aktionären „vollständige Klarheit und Sicherheit“ zu verschaffen. Man wolle Paramount einen Zug machen lassen und dann entscheiden.
WBD-Vorstand hält an Netflix fest
Trotz der laufenden Gespräche mit Paramount empfiehlt der WBD-Vorstand einstimmig die Netflix-Transaktion. Am 17. Februar reichte WBD die endgültige Proxy-Erklärung ein und setzte die außerordentliche Hauptversammlung für den 20. März 2026 an, auf der die Aktionäre über die Netflix-Fusion abstimmen sollen.
Der Vorstand betonte, dass das Netflix-Angebot „überlegenen Wert für unsere Aktionäre“ biete und „praktisch kein Finanzierungsrisiko“ berge. Zugleich äußerte er Bedenken zur Finanzierungsstruktur von Paramount. Ein fusioniertes Paramount-WBD-Gebilde würde rund 84 Milliarden Dollar Gesamtschulden aufweisen – was Netflix als „größten vorgeschlagenen Leveraged Buyout der Geschichte“ bezeichnete.
Aktie unter Druck seit Ankündigung
Die Netflix-Aktie ist seit der Bekanntgabe der WBD-Übernahme im Dezember 2025 deutlich gefallen. Am 12. Februar markierte sie mit 75,23 Dollar ein 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn verlor der Titel von rund 91 Dollar etwa 14 Prozent – Ausdruck der Anlegersorgen über die finanzielle Belastung durch den Deal.
Netflix stellte Aktienrückkäufe ein, um Liquidität für die Transaktion aufzubauen. Im Aktionärsbrief zum vierten Quartal 2025 vom 20. Januar wies das Unternehmen für das Gesamtjahr 2025 Erlöse von 45,2 Milliarden Dollar aus, ein Anstieg um 16 Prozent. Die operative Marge lag bei 29,5 Prozent. Für 2026 stellte Netflix Umsätze zwischen 50,7 und 51,7 Milliarden Dollar sowie eine Zielmarge von 31,5 Prozent in Aussicht.
Ausblick auf die kommenden Wochen
Das Ergebnis der heutigen Frist wird den Ton für die nächsten Wochen bestimmen. Sollte Paramount ein verbindliches, besseres Angebot vorlegen, kann Netflix von seinem Mitziehrecht Gebrauch machen. Scheitert Paramount daran, die Bedenken des Vorstands auszuräumen, ist der Weg frei für die Aktionärsabstimmung am 20. März. Beide Transaktionen stehen unter intensiver Prüfung durch das US-Justizministerium, die Europäische Kommission und die britische Wettbewerbsbehörde. Zudem kündigte der kalifornische Generalstaatsanwalt am 20. Februar an, beide Fusionspläne „genau zu prüfen“.
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