Netflix Aktie: Regulatorischer Druck

Politische Äußerungen aus Washington erhöhen den regulatorischen Druck auf die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix und belasten die Aktie. Die Quartalszahlen am 20. Januar werden nun besonders beobachtet.

Die Kernpunkte:
  • Trump äußert Bedenken zu geplanter 72-Milliarden-Dollar-Übernahme
  • Aktie leidet unter Konglomeratsabschlag und Kartellrechtssorgen
  • Neue Serienstarts sollen Nutzerbindung und Werbeumsätze stärken
  • Nächster Quartalsbericht am 20. Januar als wichtiger Wendepunkt

Netflix startet schwach in die neue Woche. Nach einem bereits verlustreichen Dezember gerät die Aktie durch politische Aussagen aus Washington zum Warner-Bros.-Deal zusätzlich unter Druck. Im Zentrum steht die Frage, wie groß das Risiko ist, dass die 72-Milliarden-Dollar-Übernahme auf der Zielgeraden scheitert.

Politische Signale gegen den Warner-Deal

Auslöser der aktuellen Abgabewelle ist eine Stellungnahme vom Sonntag zur geplanten Übernahme der Studio- und Streaming-Assets von Warner Bros. Discovery durch Netflix. US-Präsident Donald Trump kommentierte die Konsolidierung im Mediensektor kritisch und erklärte, die entstehende Marktmacht „könnte ein Problem sein“. Er kündigte zudem an, in die Entscheidung eingebunden zu sein.

Die Aussagen verschärfen bestehende Sorgen am Markt über das Vollzugsrisiko des Deals und den bereits kommunizierten langen Zeitrahmen von 12 bis 18 Monaten bis zum Abschluss. Die im Dezember 2025 angekündigte Transaktion im Volumen von 72 Milliarden US‑Dollar steht für einen strategischen Kurswechsel: Netflix entwickelt sich von einem reinen Streaming-Anbieter zu einem breit aufgestellten Medienkonzern mit umfangreichen Filmkatalogen und klassischen TV-Assets.

Zwar würde der Zukauf die Inhaltebasis deutlich erweitern, doch die Aussicht auf langwierige kartellrechtliche Prüfungen und politischen Widerstand belastet den Kurs spürbar.

Kursniveau und operative Kennzahlen

Die Aktie schloss am Freitag bei 90,98 US‑Dollar und liegt damit klar unter ihren jüngsten Hochs. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf rund 416 Milliarden US‑Dollar. Zusätzlich zum dealbedingten Druck wirkt sich eine Sektorrotation aus, in deren Zuge Netflix den S&P 500 zuletzt hinter sich ließ, während der Index leicht zulegen konnte.

Auf operativer Ebene präsentiert sich das Geschäft hingegen weiterhin solide. Wichtige inhaltliche Impulse stehen bevor:

  • Start von Bridgerton Staffel 4 (Teil 1) am 29. Januar 2026
  • Anstehende Premiere von Stranger Things Staffel 5
  • Erwartetes Verdoppeln der Werbeumsätze im Jahr 2025

Diese Faktoren gelten als zentrale Treiber für Nutzerbindung und Engagement und könnten die Sorgen um den Zusammenschluss zumindest teilweise dämpfen, sofern sie sich in den Nutzungs- und Erlöszahlen widerspiegeln.

Konglomeratsabschlag drückt Bewertung

Die jüngste Schwäche spiegelt einen klassischen „Conglomerate Discount“ wider. Über Jahre wurde Netflix mit einem Bewertungsaufschlag bezahlt, weil das Geschäftsmodell als fokussiert und wachstumsstark galt. Mit der Integration der Warner-Bros.-Altgeschäfte kommen nun Komplexität, zusätzliche Verschuldung und margenschwächere Erlösströme hinzu.

Die Aktie wird derzeit zu einem erwarteten KGV von rund 29,19 gehandelt. Damit notiert sie weiterhin deutlich über traditionellen Medienwerten, deren Durchschnitt bei etwa dem 11‑Fachen liegt. Gleichzeitig hat sich das Netflix-Multiple im letzten Monat merklich zusammengezogen. Der Markt verlangt damit faktisch eine höhere Risikoprämie, seit die Regierung am Wochenende die kartellrechtlichen Hürden klarer in den Fokus gerückt hat.

Ausblick: Quartalszahlen und Szenarien

Im Mittelpunkt steht nun der Bericht zum vierten Quartal, der für den 20. Januar 2026 terminiert ist. Der Konsens an der Wall Street rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 0,55 US‑Dollar bei Erlösen von 11,97 Milliarden US‑Dollar.

Aus den aktuellen Erwartungen lassen sich zwei zentrale Szenarien ableiten:

  • Positives Szenario: Übertrifft Netflix die Prognosen bei Neukunden deutlich und bestätigt Synergieerwartungen zum Warner-Deal, könnte dies die Abwärtsbewegung der Aktie vorerst stoppen.
  • Negatives Szenario: Schwächere organische Wachstumsdaten in Kombination mit den neuen politischen Gegenwinden würden die Skepsis verstärken und nach Einschätzung bärisch eingestellter Techniker einen Test der Unterstützungszone um 84 US‑Dollar möglich machen.

Kurzfristig ist mit überdurchschnittlichen Kursschwankungen zu rechnen, da der Markt sowohl die verschärfte Fusionsrhetorik aus Washington als auch den bevorstehenden Zahlenbericht in die Bewertung von Netflix einpreist.

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