Netflix Aktie: Sehdauer wächst nur noch 2 Prozent
Disney-Inhalte erweitern Netflix’ Angebot, während der Konzern sein Werbemodell ausbauen will und die Aktie zuletzt nachgab.

- Disney lizenziert mehrere Serien an Netflix
- Werbetarif erreicht über 14 Millionen Zuschauer
- Ausweitung auf neun EMEA-Länder geplant
- Netflix-Aktie verlor binnen 30 Tagen 17 Prozent
Neue Inhalte für den Streaming-Katalog
Disney lizenziert mehrere bekannte Produktionen an Netflix. Medienberichten zufolge einigte sich das Unterhaltungsunternehmen gestern mit dem Streaming-Konzern auf die Bereitstellung von Serien und Titeln wie „Percy Jackson and the Olympians“, „Will Trent“, „Shifting Gears“, „Felicity“ und „Revenge“.
Die Vereinbarung verdeutlicht die zunehmende Bereitschaft großer Film- und Fernsehstudios, Programmbibliotheken wieder für externe Plattformen zu öffnen und auf diesem Weg zusätzliche Lizenzerlöse zu generieren.
Das Abkommen fügt sich in die Bemühungen von Netflix ein, das Angebot kontinuierlich mit zugkräftigen Formaten zu verstärken. Co-CEO Ted Sarandos erklärte laut Bloomberg, das Unternehmen wachse nicht so schnell wie gewünscht. Im ersten Halbjahr 2026 legte die Sehdauer demnach lediglich um 2 Prozent zu.
Um das Zuschauerengagement wieder spürbarer zu beleben, setzt der Konzern neben eingekauften Serienformaten vermehrt auf Live-Übertragungen und Sportereignisse, darunter Übertragungen von Spielen der American-Football-Liga NFL.
Werbegeschäft wächst in Europa
Parallel zur inhaltlichen Offensive baut Netflix seine kommerziellen Vertriebswege aus. Wie das Unternehmen bei einer Branchenveranstaltung im Vereinigten Königreich mitteilte, erreicht der dortige werbegestützte Tarif inzwischen mehr als 14 Millionen Zuschauer.
Zum 1. März 2027 plant der Konzern, dieses Werbemodell auf neun zusätzliche Länder im EMEA-Wirtschaftsraum auszuweiten. Auch im Segment für Kinder und Familien stellte Netflix weitere Weichen: Neben der verlängerten Partnerschaft rund um die Serie „Sesame Street“ befindet sich ein neuer Spielfilm in Vorbereitung.
Kursschwäche vor den Quartalszahlen
An der Börse spiegelte sich die Debatte um das künftige Wachstum in den vergangenen Wochen deutlich wider. Vor rund zwei Wochen stufte Wells Fargo die Aktie herab, seither verlor das Papier 4,6 Prozent. Zudem senkte HSBC die Einstufung vor rund zwei Wochen, was den Kurs seither um 5,0 Prozent drückte. Beobachter führten unter anderem den intensiven Wettbewerb um die Sehdauer auf den Bildschirmen als Belastungsfaktor an.
Am Freitag verlor der Titel 1,3 Prozent und ging mit einem Schlusskurs von 59,56 Euro ins Wochenende. Auf Sicht von 30 Tagen beläuft sich das Minus damit auf 17 Prozent.
Eine Richtungsentscheidung für die weitere Kursentwicklung steht bereits fest im Kalender: Am 20. Oktober 2026 veröffentlicht Netflix die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026. Dann wird sich zeigen, wie sich die Katalogerweiterungen und das Werbegeschäft in den Ertragszahlen widerspiegeln.
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