Netflix Aktie: Sichert sich Walking-Dead-Rechte
Netflix steigert im zweiten Quartal Umsatz und operatives Ergebnis, baut die Spielesparte um und erweitert sein Angebot um Sport und Werbung.

- Umsatz im zweiten Quartal deutlich gestiegen
- Operatives Ergebnis erreicht neuen Bestwert
- Zwei interne Spielestudios bereits geschlossen
- Streaming-Rechte für Walking-Dead-Universum gesichert
Der Streaming-Pionier Netflix befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Das Unternehmen wandelt sich derzeit von einem reinen On-Demand-Dienst zu einer hybriden TV-Plattform, die verstärkt auf Live-Sport, werbefinanzierte Inhalte und eine engere Verzahnung mit der Videospielindustrie setzt.
Begleitet wird dieser Strategiewechsel von starken Geschäftszahlen und einem Rekord beim operativen Ergebnis, während der Konzern gleichzeitig seine internen Gaming-Kapazitäten restrukturiert.
Rekordgewinne und solide Jahresprognose
Finanziell blickt das Unternehmen auf ein erfolgreiches zweites Quartal 2026 zurück. Der Umsatz kletterte im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden US-Dollar. Besonders beim operativen Ergebnis konnte ein neuer Bestwert von 4,2 Milliarden US-Dollar erzielt werden.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management nun mit einem Gesamtumsatz zwischen 51,0 und 51,4 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von bis zu 14 Prozent entsprechen würde.
Ein wesentlicher Pfeiler dieser Entwicklung ist das wachsende Werbegeschäft, das im laufenden Jahr voraussichtlich rund 3 Milliarden US-Dollar beisteuern wird. Die operative Marge soll laut Unternehmensprognose bei 31,5 Prozent liegen.
Analyst Mohit Oberoi verwies darauf, dass die Aktie trotz einer Erholung von 25 Prozent gegenüber den Tiefstständen aus dem Juli weiterhin deutlich unter ihrem Rekordhoch aus dem Jahr 2025 notiert. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne wird mit 22,6 beziffert.
Strategische Neuausrichtung im Gaming-Bereich
Parallel zum finanziellen Erfolg vollzieht Netflix eine Zäsur in seiner Spielesparte. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, wurden die internen Studios Night School Studio und Moonloot Games bereits Mitte August geschlossen. Damit verbleibt Next Games als einziges verbliebenes Eigenstudio im Portfolio. Dieser Schritt markiert eine Abkehr von der Entwicklung aufwendiger Eigenproduktionen hin zu einem Fokus auf lizenzierte Marken und Partyspiele.
Das Ziel ist es, das Engagement der Nutzer zu steigern, da bisher weniger als ein Prozent der über 270 Millionen Abonnenten die Spieleangebote regelmäßig nutzt. Große Hoffnungen ruhen dabei auf Kooperationen mit etablierten Franchises.
So sorgte eine exklusive Vorschau auf das kommende GTA VI am vergangenen Donnerstag für einen massiven Anstieg des mobilen Datenverkehrs bei Netflix um 35 Prozent. Das Spiel soll am 19. November erscheinen und wird als wichtiger Treiber für die Plattformintegration angesehen.
Ausbau des Contents und sportliche Ambitionen
Auch im klassischen Content-Bereich investiert der Konzern massiv weiter. Für rund 500 Millionen US-Dollar sicherte sich Netflix von AMC Global Media die globalen Streaming-Rechte am „The Walking Dead“-Universum.
Der Deal umfasst alle sechs Spin-offs und stärkt die Präsenz in internationalen Märkten wie Italien und Australien. Dass die Strategie aufgeht, zeigen aktuelle Abrufzahlen: Die Serie „I Will Find You“ erreichte in einer einzigen Woche im Juni 1,84 Milliarden Sehminuten und setzte sich damit an die Spitze der Streaming-Charts.
Zusätzlich festigt Netflix seine Position im Live-Entertainment. Die Übertragungen der Wrestling-Show WWE Raw erzielen mittlerweile durchschnittlich 3,3 Millionen Zuschauer pro Woche. An der Börse spiegelte sich der Optimismus zuletzt wider: Am Freitag schloss die Aktie bei 70,48 € und verbuchte damit ein Plus von 2,9 Prozent. Über einen Zeitraum von 30 Tagen betrachtet, konnte das Papier einen Zuwachs von 13 Prozent verzeichnen.
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