Netflix Aktie: Sparkurs vor den Zahlen
Netflix streicht Stellen und setzt weiter auf Investitionen in Wachstumsfelder; die Quartalszahlen folgen am 20. Oktober.

- Rund 1.000 Stellen könnten entfallen
- Produkt, Technik, Recht und Personal betroffen
- Netflix hält am Jahresziel fest
- Quartalsbericht erscheint am 20. Oktober
Sechs Prozent weniger Personal, ein Quartalsbericht in fünf Tagen: Netflix räumt kurz vor der Zahlenvorlage intern auf. Die beiden Co-Chefs Ted Sarandos und Greg Peters kündigten den Stellenabbau per E-Mail an die Belegschaft an.
Wen der Abbau trifft
Betroffen sind nach Unternehmensangaben vor allem die Bereiche Produkt, Technologie, Recht und Personal. Bei zuletzt rund 16.000 Beschäftigten dürfte es etwa 1.000 Stellen treffen. Die Spitze betont, das Geschäft laufe stabil und das Jahresziel bleibe erreichbar. Man müsse jedoch diszipliniert sein und Prioritäten setzen, heißt es in der Nachricht. In wachstumsstarke Felder will Netflix weiter investieren.
Die Aktie gab im schwachen Marktumfeld zeitweise 1,4 Prozent auf 69,47 Dollar nach. Eine heftige Reaktion blieb aus.
Wachstum als wunder Punkt
Der Zeitpunkt wirft Fragen auf. Sarandos hatte vor einigen Wochen eingeräumt, das Unternehmen wachse langsamer, als ihm lieb sei. Die Sehzeit stagniert, und zuletzt trugen vor allem das Vorgehen gegen Passwort-Sharing und das günstigere Abo mit Werbung zum Nutzerplus bei. Marktbeobachter dürften den Schritt daher auch als Signal verstehen, Kosten und Ressourcen strenger zu steuern.
Netflix bleibt profitabel und ist mit mehr als 325 Millionen Haushalten Ende 2025 der klare Marktführer im Streaming. Neue Nutzerzahlen veröffentlicht der Konzern allerdings nur noch unregelmäßig. Parallel dazu expandiert das Unternehmen in Live-Sport, Dokumentationen und Videospiele, um sich gegen YouTube und andere Plattformen zu behaupten.
Rivale formiert sich
Zusätzlichen Druck macht die Konkurrenz. Netflix wollte 2025 das Studiogeschäft von Warner Bros. übernehmen, wurde aber von Paramount überboten. Paramount will nun gemeinsam mit Warners Streamingdienst HBO Max einen starken Gegenspieler aufbauen.
Am 20. Oktober legt Netflix die Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob die Spitze mit ihrer Aussage zum Jahresziel richtig liegt und wie stark die Sparmaßnahmen die Kostenseite bereits prägen.
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