Netflix Aktie: Teurer Übernahme-Krimi

Solide operative Zahlen von Netflix werden von der riskanten und teuren Akquisition von Warner Bros. Discovery überschattet, was zu deutlichen Kursverlusten führt.

Die Kernpunkte:
  • Starke Umsatz- und Nutzerzahlen im letzten Quartal
  • Geplante Milliardenübernahme von Warner Bros. Discovery
  • Finanzierung durch hohe Kredite belastet Bilanz
  • Konkurrierendes Angebot von Paramount treibt Preise
  • Gedämpfte Wachstumsprognose für das Jahr 2026

Trotz übertroffener Gewinnerwartungen und eines neuen Meilensteins bei den Nutzerzahlen notiert die Netflix-Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Der Grund für die schlechte Stimmung liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in einer riskanten Wette auf die Zukunft: Die geplante Übernahme von Warner Bros. und ein sich zuspitzendes Bietergefecht sorgen für massive Verunsicherung unter den Anlegern.

Rekordzahlen spielen keine Rolle

Operativ lieferte der Streaming-Marktführer im vierten Quartal 2025 solide Ergebnisse ab. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 12,05 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten leicht. Auch beim Gewinn pro Aktie (0,56 Dollar) und den Nutzerzahlen (325 Millionen) wusste der Konzern zu überzeugen.

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Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

  • Umsatz: 12,05 Milliarden Dollar (+18 % zum Vorjahr)
  • Nettoergebnis: 2,4 Milliarden Dollar (+29 % zum Vorjahr)
  • Operative Marge: 31 %
  • Werbeeinnahmen: Verdoppelung auf 1,5 Milliarden Dollar im Gesamtjahr 2025

Dennoch reagierte der Markt negativ. Die Aktie fiel auf rund 83,40 Dollar und hat damit seit dem Allzeithoch im Juni 2025 etwa 37 Prozent an Wert verloren. Gute Fundamentaldaten reichen derzeit nicht aus, um die Skepsis gegenüber der aggressiven Expansionsstrategie zu zerstreuen.

Milliarden-Wette auf Warner Bros.

Im Zentrum der Bedenken steht das Angebot für Warner Bros. Discovery (WBD). Netflix beabsichtigt, die Studio- und Streaming-Assets von WBD in einem Deal mit einem Unternehmenswert von 82,7 Milliarden Dollar zu übernehmen. Besonders eine Änderung der Konditionen am 20. Januar schürt Ängste: Netflix wandelte die Offerte in ein reines Barangebot von 27,75 Dollar je WBD-Aktie um.

Dieser Schritt eliminiert zwar Unsicherheiten für WBD-Aktionäre, erhöht aber die finanzielle Last für Netflix drastisch. Zur Finanzierung wurden Brückenkredite über 42,2 Milliarden Dollar arrangiert. Zudem setzte das Management das Aktienrückkaufprogramm aus – ein deutliches Warnsignal für Investoren, nachdem das Unternehmen 2025 noch eigene Anteile für fast 9,2 Milliarden Dollar zurückgekauft hatte.

Erschwerend kommt hinzu, dass Paramount Skydance ein konkurrierendes, feindliches Übernahmeangebot vorgelegt hat, das mit angeblich 30 Dollar pro Aktie höher bewertet wird. Dies treibt die Sorge, dass Netflix sich in einen Preiskampf verwickeln lässt und am Ende zu viel bezahlt.

Gedämpfte Wachstumsaussichten

Neben dem Übernahme-Poker belastet der Ausblick auf das laufende Jahr. Die Prognose für 2026 sieht ein Umsatzwachstum von 12 bis 14 Prozent vor, was eine spürbare Verlangsamung gegenüber den 16 Prozent aus 2025 darstellt. Auch die Gewinnerwartungen für das erste Quartal sowie die operative Marge blieben hinter den Schätzungen der Wall Street zurück. Analysten reagierten mit reihenweisen Senkungen der Kursziele, wobei der Konsens nun bei etwa 121 Dollar liegt.

Zusätzlich zur finanziellen Belastung warten regulatorische Hürden. Die Übernahme wird von Kartellbehörden in den USA und Europa geprüft. Die nächste entscheidende Wegmarke ist die für April 2026 erwartete Abstimmung der WBD-Aktionäre, die über den Erfolg der Strategie und damit die mittelfristige Richtung der Netflix-Aktie entscheiden wird.

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