Netflix Aktie: Übernahme im Fokus

Netflix steht vor der Übernahme von Warner-Bros.-Discovery-Sparten für 82,7 Milliarden Dollar, während ein höheres Konkurrenzangebot von Paramount den Deal gefährdet. Analysten bewerten die Auswirkungen auf die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Übernahmepoker um Warner-Bros.-Discovery-Assets
  • Paramount bietet höheres Gegenangebot an
  • Insiderverkauf kurz vor Quartalszahlen
  • Analysten zeigen gemischtes Kurszielbild

Netflix steht kurz vor der Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal – und doch spielt die operative Entwicklung aktuell nur die zweite Geige. Im Zentrum steht der milliardenschwere Versuch, zentrale Teile von Warner Bros. Discovery zu übernehmen, während gleichzeitig ein aggressiver Gegenbieter Druck macht. Wie stark prägt dieser Übernahmepoker die Perspektive auf die Aktie?

Quartalszahlen rücken in den Hintergrund

Netflix will am Dienstag seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Analysten erwarten dabei ein deutliches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr:

  • Umsatzprognose: rund 11,97 Milliarden US-Dollar
  • Erwarteter Gewinn je Aktie: etwa 0,55 US-Dollar
  • Entspricht ca. +17 % Umsatzwachstum und +28 % Gewinnanstieg im Jahresvergleich

Trotz dieser robusten Prognosen richtet sich der Blick vieler Marktteilnehmer weniger auf klassische Kennzahlen wie Abonnentenentwicklung oder Marge. Dominierend ist die Frage, ob und wie die geplante Übernahme von Warner-Bros.-Discovery-Sparten umgesetzt werden kann.

Übernahmepoker um Warner Bros. Discovery

Auslöser der jüngsten Kursschwankungen ist der Wettbewerb um zentrale Assets von Warner Bros. Discovery, darunter die HBO-Marke. Am 5. Dezember 2025 einigten sich Netflix und Warner Bros. Discovery auf einen verbindlichen Vertrag: Netflix soll die Filmstudios, die Streaming-Sparte und weitere Vermögenswerte für rund 82,7 Milliarden US-Dollar übernehmen.

Parallel dazu liegt jedoch ein feindliches Konkurrenzangebot von Paramount Skydance auf dem Tisch. Dieses beläuft sich auf 108,4 Milliarden US-Dollar und zielt auf die vollständige Übernahme von Warner Bros. Discovery.

Der Aufsichtsrat von Warner Bros. Discovery hat das Paramount-Angebot bislang mehrfach einstimmig abgelehnt und seine Unterstützung für die Vereinbarung mit Netflix bekräftigt. Um die eigene Position zu stärken, bereitet Netflix laut Berichten eine Anpassung des Angebots vor: Die Transaktion soll vollständig in bar abgewickelt werden, um den Prozess zu beschleunigen und die Attraktivität des Deals zu erhöhen.

Stichpunkte zum Übernahmepaket:

  • Vereinbarter Deal: Netflix soll Studios und Streaming-Sparte von Warner Bros. Discovery für 82,7 Mrd. US-Dollar übernehmen.
  • Konkurrenzangebot: Paramount Skydance bietet 108,4 Mrd. US-Dollar für das gesamte Unternehmen.
  • Position des WBD-Boards: Einstimmige Ablehnung des Paramount-Gebots, Empfehlung der Netflix-Transaktion.
  • Aktienkursentwicklung (6 Monate): Rückgang um rund 27 bis 31 %.

Insiderverkauf kurz vor den Zahlen

Für zusätzliche Unruhe sorgt ein größerer Insiderverkauf. Am 15. Januar veräußerte Aufsichtsratsmitglied Bradford L. Smith 31.790 Netflix-Aktien im Gesamtwert von 2,82 Millionen US-Dollar.

Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines bereits im Februar 2025 eingerichteten 10b5-1-Handelsplans. Solche Pläne sollen Insiderverkäufe automatisieren und von tagesaktuellen Informationen entkoppeln. Auffällig ist dennoch der Zeitpunkt, wenige Tage vor den Quartalszahlen und bei einem Kursniveau nahe dem 52-Wochen-Tief. Nach dem Verkauf hält Smith weiterhin 79.690 Aktien.

Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen

Die Analystenlandschaft zeigt ein gemischtes Bild. Im Durchschnitt signalisiert das Konsenskursziel ein mögliches Aufwärtspotenzial von rund 44,6 %. Die Spanne der Einschätzungen ist allerdings breit und spiegelt die Unsicherheit rund um die geplante Warner-Transaktion wider.

Einige Beispiele:

  • KeyBanc Capital Markets: Senkung des Kursziels auf 110 US-Dollar, mit Verweis auf die Unsicherheiten des Warner-Deals.
  • BMO Capital: Bestätigung des Ratings „Outperform“ mit einem Kursziel von 143 US-Dollar, trotz Bedenken hinsichtlich eines möglichen Wachstumsrückgangs und Integrationsrisiken.
  • TD Cowen: Anpassung des Kursziels auf 115 US-Dollar bei fortbestehender Kaufempfehlung.

Im Mittelpunkt steht damit weniger die kurzfristige Quartalsdynamik, sondern die Frage, zu welchen Bedingungen Netflix den Warner-Deal finalisieren kann – und welche finanziellen und operativen Folgen sich daraus für das Unternehmen ergeben.

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