Netflix Aktie: Übernahmedruck

Netflix erwägt eine vollständige Barzahlung für die Warner-Bros.-Übernahme, um sich von seinem eigenen Aktienkurs zu entkoppeln. Der Konkurrent Paramount erhöht mit einem höheren Angebot und juristischen Schritten den Druck.

Die Kernpunkte:
  • Übernahmeangebot könnte auf reine Barzahlung umgestellt werden
  • Paramount bietet höheren Preis und startet Proxy Fight
  • Analysten passen Kursziele aufgrund der Unsicherheit an
  • Quartalszahlen am 20. Januar mit hohen Erwartungen

Netflix steht mitten in einem intensiven Bieterkampf um zentrale Vermögenswerte von Warner Bros. Discovery. Neue Berichte von heute deuten darauf hin, dass das Management bei der milliardenschweren Offerte einen klaren Kurswechsel vorbereitet. Im Raum steht die Umstellung auf ein reines Barangebot – eine Reaktion auf den Kursrückgang der eigenen Aktie und den Druck durch Konkurrent Paramount Skydance.

Netflix prüft All-Cash-Deal

Netflix erwägt laut aktuellen Meldungen, das rund 83 Milliarden US-Dollar schwere Angebot für die Studio- und Streaming-Sparte von Warner Bros. Discovery vollständig in Bar zu bezahlen. Damit würde ein zentrales Problem der ursprünglichen Struktur entschärft: die Abhängigkeit vom schwächeren Aktienkurs.

Der ursprüngliche Vorschlag sah eine Mischung aus 23,25 US-Dollar in bar und 4,50 US-Dollar in Netflix-Aktien je Warner-Bros.-Discovery-Aktie vor. Seit Oktober 2025 hat der Kurs jedoch um rund 25 % nachgegeben und damit den Wert der Offerte deutlich geschmälert. Ein vollständiger Baranteil würde den Deal von der eigenen Kursentwicklung entkoppeln und die Planungssicherheit für die Verkäuferseite erhöhen.

Paramount erhöht den Druck

Der Anpassungsdruck resultiert vor allem aus den aggressiven Maßnahmen von Paramount Skydance, unterstützt von David und Larry Ellison. Bereits gestern hat Paramount Warner Bros. Discovery verklagt, um detaillierte Finanzinformationen zum Netflix-Abkommen gerichtlich zu erzwingen.

Paramount verweist auf sein konkurrierendes, vollständig in bar finanziertes Angebot von 30 US-Dollar je Aktie, das Warner Bros. Discovery mit knapp 108,7 Milliarden US-Dollar bewertet und damit deutlich über dem Netflix-Paket liegt. Parallel dazu hat Paramount einen Proxy Fight gestartet und versucht, eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat zu bringen. Damit steigt der Druck auf das Gremium, das bislang die Vereinbarung mit Netflix bevorzugt hatte.

Analysten reagieren auf Deal-Risiken

Die Kombination aus Kurskorrektur und Deal-Unsicherheit spiegelt sich zunehmend in den Analysteneinschätzungen wider. TD Cowen senkte gestern das Kursziel für die Netflix-Aktie von 142 auf 115 US-Dollar, bestätigte jedoch die Kaufempfehlung. Begründung: Die langfristige Wachstumsperspektive bleibe intakt, kurzfristig belaste aber die Unsicherheit rund um die Transaktion die Stimmung.

HSBC startete die Bewertung mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 107 US-Dollar und sieht das aktuelle Bewertungsniveau als Einstiegschance. Weitere Anpassungen verdeutlichen die Spannbreite der Erwartungen:

  • Loop Capital: Kursziel gesenkt auf 132,50 US-Dollar
  • Goldman Sachs: Kursziel gesenkt auf 112 US-Dollar (Einstufung: Neutral)
  • HSBC: Neuaufnahme mit 107 US-Dollar (Kaufempfehlung)

Die Bandbreite der Ziele zeigt, wie unterschiedlich die Marktteilnehmer die Auswirkungen der geplanten Großübernahme und der jüngsten Kursbewegung einschätzen.

Zentrale Kennzahlen im Überblick

  • Aktueller Kurs: ca. 90,32 US-Dollar (letzter Schlusskurs)
  • Jüngste Entwicklung: +1,02 % auf Tagesbasis, aber rund 19 % Minus seit dem Aktiensplit am 17. November
  • Marktkapitalisierung: ca. 409 Milliarden US-Dollar
  • Konkurrenzangebot: Paramount bietet 30 US-Dollar je Aktie (gegenüber Netflix’ gemischter Offerte)
  • Nächster Termin: Quartalszahlen am 20. Januar 2026

Hohe Erwartungen an Q4-Zahlen

Mit Blick auf die Zahlen zum vierten Quartal am 20. Januar steigt die Spannung am Markt. Operativ sind die Erwartungen hoch: Analysten rechnen mit 14,2 Millionen neuen zahlenden Abonnenten im Quartal. Rückenwind sollen Blockbuster-Inhalte wie die fünfte Staffel von „Stranger Things“ sowie Live-Übertragungen der NFL liefern.

Charttechnisch präsentiert sich die Aktie allerdings schwächer. Der Kurs liegt unter der 50- und der 200-Tage-Linie, was auf einen belasteten Trend hinweist. Der 10:1-Aktiensplit im November 2025 hat zwar die Liquidität erhöht, doch seit dem splitbereinigten 52-Wochen-Hoch von 134,12 US-Dollar fehlt dem Papier der Auftrieb.

Hohe Einsätze für Strategie und Aktie

Die mögliche Umstellung auf ein reines Barangebot unterstreicht den Willen von Netflix, die Warner-Bros.-Transaktion trotz steigender Finanzierungskosten durchzuziehen. Mit bereits zugesicherten Brückenfinanzierungen und einem juristisch und finanziell offensiv agierenden Rivalen rückt die Übernahmestrategie in den Vordergrund. Für die Aktie bedeutet dies vorerst eine Phase erhöhter Schwankungen, in der neue Informationen zu den Deal-Konditionen und die Q4-Zahlen am 20. Januar zentrale Orientierungspunkte für die weitere Kursentwicklung darstellen.

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