Netflix Aktie: Umsatzprognose bei 12,86 Milliarden Dollar

Netflix-Aktie erreicht neues Jahrestief nach enttäuschender Umsatzprognose für Q3. Zudem sorgen Transparenzbedenken und Kurszielsenkungen für Druck.

Die Kernpunkte:
  • Neues Jahrestief nach Prognose
  • Transparenzbedenken durch Berichtswechsel
  • Kursziele von JPMorgan gesenkt
  • Insider-Verkäufe durch Co-CEO

Die Netflix-Aktie steht unter Druck. Nachdem das Unternehmen bereits im Juli seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hatte, erreichten die Papiere am heutigen Freitag ein neues Jahrestief. Auslöser für die anhaltende Skepsis der Anleger ist vor allem die Umsatzprognose für das laufende dritte Quartal. Netflix rechnet hier mit Erlösen in Höhe von 12,86 Milliarden US-Dollar, während Analysten im Konsens von rund 13 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren.

Der Titel notiert im deutschen Handel aktuell bei 63,72 €, was einem leichten Tagesrückgang von 0,14 % entspricht. Damit beläuft sich die Marktkapitalisierung des Streaming-Anbieters auf umgerechnet 265,56 Milliarden €.

Strategiewechsel sorgt für Unsicherheit

Neben den kurzfristigen Erwartungen sorgt eine geplante Änderung in der Kommunikation für Diskussionen am Markt. Ab dem Jahr 2027 wird Netflix die Berichte über das Zuschauerengagement von einem halbjährlichen auf einen jährlichen Rhythmus umstellen. Medienberichten zufolge werten Marktteilnehmer diesen Schritt als Verringerung der Transparenz bei den Kennzahlen zur Nutzerbindung.

Ungeachtet der aktuellen Reaktion hält das Management an seinen operativen Zielen für das Gesamtjahr fest. Das Umsatzwachstum soll in einer Spanne zwischen 13 % und 14 % liegen. Für die operative Marge wird ein Zielwert von 31,5 % angestrebt. Um den Aktienkurs zu stützen, hat das Unternehmen allein im zweiten Quartal eigene Anteile im Wert von 4,7 Milliarden US-Dollar zurückgekauft – das bisher größte Volumen innerhalb eines Vierteljahres.

Kurszielsenkungen und rechtliche Hürden

Die jüngsten Entwicklungen haben bereits zu Anpassungen bei namhaften Analysehäusern geführt. Am Montag senkten sowohl JPMorgan als auch Piper Sandler ihre Kursziele für die Netflix-Aktie auf jeweils 85,00 US-Dollar. Bereits Ende Juli hatte zudem die Erste Group Bank das Papier von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft und die Gewinnschätzungen für das Jahr 2027 reduziert.

Parallel zum Tagesgeschäft investiert Netflix massiv in neue Inhalte. Am Montag wurde ein fünfjähriges Lizenzabkommen mit AMC Global Media über 500 Millionen US-Dollar bekannt. Der Vertrag sichert Netflix die Streaming-Rechte am gesamten „The Walking Dead“-Universum inklusive diverser Ableger. Gleichzeitig sieht sich der Konzern jedoch einer erweiterten Klage des Produzenten Simon Afram gegenüber. Am Mittwoch wurde die Forderung im Zusammenhang mit dem unveröffentlichten Film „Fortitude“ um den Vorwurf der Verleumdung ergänzt, wobei es um eine Summe von 105 Millionen US-Dollar geht.

Verkäufe durch das Management

Das Vertrauen wird derzeit auch durch Insider-Aktivitäten auf die Probe gestellt. Co-CEO Theodore Sarandos veräußerte am Dienstag im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans insgesamt 133.162 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 73,10 US-Dollar. Damit erzielte er einen Erlös von rund 9,73 Millionen US-Dollar. Gestern wurde zudem bekannt, dass Direktor Richard Barton den Verkauf von 2.160 Anteilen angemeldet hat.

Dem gegenüber stehen jedoch institutionelle Zukäufe. Medienberichten zufolge haben professionelle Investoren wie Mirador Capital Partners LP und Dynamic Advisor Solutions LLC ihre Positionen in Netflix-Papieren während des jüngsten Meldezeitraums aufgestockt. Anleger warten nun gespannt auf die kommenden Veröffentlichungen im August, darunter die finale Staffel der Serie „Outer Banks“, um neue Impulse für das Nutzerwachstum zu erhalten.

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