Netflix Aktie: Wall Street gespalten

Netflix meldet Rekordgewinne im ersten Quartal 2026, doch die Aktie fällt aufgrund einer enttäuschenden Prognose für das zweite Quartal. Die Wall Street ist über die Bewertung gespalten.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz und Gewinn im Q1 deutlich gestiegen
  • Q2-Prognose enttäuscht Analystenerwartungen
  • Wall Street uneins über Bewertung und Zukunft
  • Werbebusiness wächst rasant, Jahresziele bestätigt

Rekordgewinne, und trotzdem bricht die Aktie ein. Netflix lieferte für das erste Quartal 2026 starke Zahlen — und wurde dafür mit einem Kursrückgang von rund zehn Prozent bestraft. Der Grund: Die Prognose für das zweite Quartal enttäuschte, und Wall Street ist sich uneinig, was das bedeutet.

Starkes Quartal, schwacher Ausblick

Der Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 12,25 Milliarden Dollar — ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und leicht über den Erwartungen. Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 5,28 Milliarden Dollar, auch begünstigt durch eine Einmalzahlung von 2,8 Milliarden Dollar von Paramount Skydance.

Für das zweite Quartal rechnet Netflix mit einem Umsatz von 12,57 Milliarden Dollar und einem EPS von 0,78 Dollar. Analysten hatten 12,64 Milliarden beziehungsweise 0,84 Dollar erwartet. Die operative Marge soll auf 32,6 Prozent sinken — nach 34,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Als Grund nennt das Unternehmen höhere Inhaltskosten durch die Häufung von Titelstarts in der ersten Jahreshälfte.

Jefferies-Analyst James Heaney bringt es auf den Punkt: Nach einem Kursanstieg von 40 Prozent in zwei Monaten seien die Erwartungen schlicht zu hoch gewesen. Das eigentliche Problem sei keine fundamentale Schwäche, sondern überzogene Hoffnungen auf US-Preiserhöhungseffekte.

Die Bullen kaufen den Rücksetzer

Morgan Stanley bleibt bei „Overweight“ mit einem Kursziel von 115 Dollar und empfiehlt, den Rücksetzer zu nutzen. Die Bank argumentiert, dass US-Preiserhöhungen typischerweise zwei bis drei Monate brauchen, um sich in den Zahlen niederzuschlagen — kein Nachfrageeinbruch, sondern ein Timing-Effekt.

JPMorgan teilt diese Einschätzung, hält ebenfalls an „Overweight“ mit 118 Dollar Kursziel fest und verweist auf erheblichen Wachstumsspielraum. Needham setzt das Kursziel bei 120 Dollar und hebt sinkende Abwanderungsraten sowie neue Engagement-Formate wie vertikale Videos und Kinder-Spiele hervor.

Die Bären warnen vor der Bewertung

Pivotal Research bleibt skeptisch. Analyst Jeffrey Wlodarczak hält an seiner „Hold“-Einschätzung mit einem Kursziel von 96 Dollar fest. Seine Kernthese: Kurzform-Unterhaltung auf TikTok, Instagram und YouTube Shorts tue dem Streaming-Markt das an, was Streaming einst dem klassischen TV angetan hat. Wolfe Research senkte das Kursziel von 110 auf 107 Dollar — trotz „Outperform“-Rating — und warnt vor nachlassendem Umsatz- und Margenmomentum.

Werbung und Jahresprognose bleiben stabil

Das Werbegeschäft wächst schnell. Über 60 Prozent der Neukunden in werbefinanzierten Märkten wählen das günstigere Abo mit Werbung, die Zahl der Werbekunden stieg um 70 Prozent auf über 4.000. Netflix hält am Ziel von drei Milliarden Dollar Werbeerlösen für 2026 fest — eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.

Das Jahresumsatzwachstum von 12 bis 14 Prozent bleibt bestätigt, die EBIT-Marge soll bei 31,5 Prozent liegen. Den Free-Cashflow-Ausblick hob Netflix auf 12,5 Milliarden Dollar an — von zuvor 11 Milliarden.

Ob die Q2-Delle tatsächlich nur ein Timing-Effekt ist, dürfte sich spätestens mit den Zahlen von Disney und Paramount Anfang Mai zeigen — dann wird klarer, ob Netflix ein hausgemachtes Problem hat oder die ganze Branche zögert.

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