Netflix Aktie: Weiss baut Position trotz Analyst-Skepsis aus

Steve Weiss stockt Netflix auf, während Analysten vor sinkender Sehdauer warnen und Quartalszahlen im Oktober anstehen.

Die Kernpunkte:
  • Steve Weiss erweitert seine Netflix-Position
  • Aktie verliert binnen 30 Tagen elf Prozent
  • Wells Fargo und HSBC senken Kursziele
  • Quartalsbericht erscheint am 20. Oktober

Nach spürbaren Kursverlusten im September sorgt eine prominente Investorenstimme für Aufmerksamkeit. Steve Weiss, Gründer und Managing Partner von Short Hills Capital Partners, nutzte die jüngste Schwächephase für Zukäufe. Wie er am Mittwoch im Halftime Report von CNBC erklärte, baute er seine Position in Netflix aus, nachdem skeptische Analystenkommentare die Papiere zuvor belastet hatten.

An der Börse hinterließ die Skepsis dennoch deutliche Spuren. Am Freitag gab der Kurs im Handel um 1,0 Prozent auf 62,42 Euro nach. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet die Aktie damit einen Rückgang von 11 Prozent.

Skepsis wegen sinkender Sehdauer

Auslöser der Kursschwäche waren vor allem zurückhaltende Einschätzungen von Analysehäusern. Am 18. September stufte Analyst Steven Cahall von Wells Fargo die Aktie auf „underweight“ ab und senkte das Kursziel von $80 auf $57. Als zentrales Problem nannte er eine nachlassende Bindung des Publikums.

Medienberichten zufolge sahen Abonnenten im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 1,6 Stunden pro Tag Inhalte auf der Plattform. Dies entspricht auf bereinigter Basis einem Rückgang von rund 8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2023. Der Analyst argumentierte, dass Netflix die Expansion in Podcasts, Spiele und Live-Formate zu sehr auf Kosten von Eigenproduktionen vorangetrieben habe, wodurch zugkräftige Serien fehlten.

Zusätzlicher Druck kam am Dienstag von HSBC. Die Bank strich ihre Kaufempfehlung und stufte das Papier von „Buy“ auf „Hold“ herab, während das Kursziel von $96 auf $76 gesenkt wurde. Medienberichten zufolge profitiere die Alphabet-Tochter YouTube von der schwächeren Aufnahme der Netflix-Originalinhalte, weshalb eine baldige Erholung bei der Sehdauer der Nutzer wenig wahrscheinlich sei.

Zuwächse bei Live-Inhalten und Ausblick

Neben den kritischen Stimmen zeichnen sich in einzelnen Regionen jedoch stabile Trends ab. Medienberichten zufolge stieg die Marktdurchdringung von Netflix in den USA auf 63 Prozent und in Japan auf 22 Prozent. Eine Umfrage zeigte zudem eine anhaltend hohe Bereitschaft bestehender Abonnenten, ihre Verträge fortzuführen. Insbesondere im japanischen Markt entwickelten sich Sport- und Live-Programme zu zentralen Treibern des Abonnentenwachstums.

Verlässliche Daten zur finanziellen Lage und zum Nutzerverhalten stehen im kommenden Monat an. Netflix wird die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 sowie den Geschäftsausblick am Dienstag, den 20. Oktober 2026, vorlegen.

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