Netflix Aktie: Wells Fargo warnt vor Sehdauer-Rückgang

Wells Fargo stuft Netflix herab und senkt das Kursziel. Grund sind rückläufige Nutzungszeiten und schwächere hauseigene Formate.

Die Kernpunkte:
  • Netflix-Papier verliert binnen sieben Tagen
  • Wells Fargo reduziert Kursziel auf 57 Dollar
  • Tägliche Nutzung sinkt um etwa acht Prozent
  • Originalproduktionen könnten 21 Prozent verlieren

Ein verändertes Sehverhalten des Publikums und eine breitere Aufstellung des Programmangebots sorgen bei Netflix für Diskussionen. Während das Papier über einen Zeitraum von sieben Tagen hinweg ein Minus von 4,4 % verzeichnete, erholt sich die Notierung am heutigen Dienstag leicht um 0,9 % auf 64,55 €. Die jüngste Kursschwäche folgte auf deutliche Warnungen bezüglich der Verweildauer der Abonnenten.

Wells Fargo warnt vor sinkender Sehdauer

Am Freitag stufte das Analysehaus Wells Fargo die Netflix-Aktie von „equal weight“ auf „underweight“ ab. Gleichzeitig reduzierte das Institut das Kursziel von $80 auf $57. Wells-Fargo-Analyst Steven Cahall verwies als zentralen Grund für diesen Schritt auf ein nachlassendes Engagement der Zuschauer auf der Streamingplattform.

Abonnenten schauten im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 1,6 Stunden pro Tag Sendungen auf dem Dienst. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2023 bedeutet dieser Wert auf bereinigter Basis einen Rückgang um etwa 8 %. Dem Portal habe es spürbar an großen Originalserien gefehlt, was sich nun in den Nutzungsdaten zeige.

Strategiewechsel zulasten eigener Erfolgsserien

Die Analysten führen diese Entwicklung auf eine strategische Schwerpunktverlagerung des Unternehmens zurück. Netflix habe sich zu stark auf die Expansion in Bereiche wie Podcasts, Videospiele und Live-Übertragungen konzentriert. Dieser Schritt sei zulasten des klassischen Angebots an fiktionalen Eigenproduktionen gegangen.

Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet Wells Fargo mit einer anhaltenden Schwäche bei den hauseigenen Formaten. Im Basisszenario der Experten wird mit einem Rückgang der Sehstunden bei den 100 führenden Originalproduktionen um 21 % im Jahresvergleich gerechnet.

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