Netflix Aktie: Werbeziel gekappt
Der Gewinn übertraf die Prognosen, doch Netflix senkte das Werbeziel für 2026 und stellte einen geringeren Quartalsumsatz in Aussicht.

- Nettogewinn steigt um 44 Prozent
- Umsatz im dritten Quartal wächst knapp zwölf Prozent
- Werbeerlösziel für 2026 auf 2,7 Milliarden Dollar gesenkt
- Netflix-Aktie nachbörslich rund fünf Prozent niedriger
Netflix hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet, und trotzdem rutscht die Aktie nachbörslich um rund fünf Prozent ab. Der Grund liegt im Ausblick: Der Streamingdienst kappt sein Werbeziel und liefert für das Schlussquartal weniger Umsatz als erhofft.
Gewinn über den Erwartungen
Der Gewinn je Aktie lag bei 87 Cent, Analysten hatten mit 82 Cent gerechnet. Der Nettogewinn sprang um 44 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs um knapp 12 Prozent auf 12,87 Milliarden Dollar und traf damit die Erwartungen. Es ist der schwächste Zuwachs seit drei Jahren.
Die operative Marge legte kräftig zu, von 28,2 auf 34,6 Prozent. Getragen wurde das Wachstum von mehr Abonnenten, höheren Preisen und einem stärkeren Werbegeschäft.
Prognose enttäuscht
Für das vierte Quartal peilt Netflix 13,4 Milliarden Dollar Umsatz an. Analysten hatten rund 13,5 Milliarden Dollar auf dem Zettel. Die Jahresprognose grenzt der Konzern auf 51,1 Milliarden Dollar ein, das untere Ende der bisherigen Spanne.
Schwerer wiegt das Werbegeschäft. Netflix erwartet 2026 nur noch rund 2,7 Milliarden Dollar Werbeumsatz, zuvor waren es etwa 3 Milliarden. Als Grund nennt das Unternehmen die langsamere Einführung neuer Werbefunktionen. Im Schlussquartal drückt zudem der Stellenabbau auf die operative Marge, die bei 26 Prozent liegen soll.
Strategie im Umbruch
Vergangene Woche strich Netflix rund 1.000 Stellen, etwa sechs Prozent der Belegschaft. Programmchefin Bela Bajaria und Filmchef Dan Lin mussten gehen. Ihre Aufgaben übernimmt Peter Rice, der zuvor bei klassischen Studios wie Disney Karriere machte. Marktbeobachter spekulieren, dass Netflix unter ihm mehr Filme zunächst breit in die Kinos bringen könnte.
Co-Chef Ted Sarandos gab sich in der Analystenrunde kämpferisch: Netflix wolle der Unterhaltungsdienst sein, „den man haben muss“. Das Zuschauerengagement bezeichnet das Unternehmen als weiterhin gesund, obwohl Marktforscher zuletzt eine nachlassende Aktivität sahen.
Auf Hits wie „Stranger Things“ oder „Squid Game“ folgten keine vergleichbaren Titel. Hinzu kommt der verlorene Bieterwettstreit um Warner Bros.: Paramount sicherte sich den gesamten Konzern.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn gut ein Viertel an Wert verloren, der Gesamtmarkt legte im selben Zeitraum zweistellig zu. Am Mittwoch zeigt sich, ob der nachbörsliche Abschlag von rund fünf Prozent im regulären Handel Bestand hat.
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