Newmont Aktie: Gesetzesrisiko Ghana
Ghana will Steuerstabilitätsabkommen nicht verlängern und erhöht die Abgaben für Bergbaukonzerne. Newmont muss sich auf deutlich gestiegene Kosten in seinem wichtigsten Produktionsland einstellen.

- Stabilitätsvereinbarung für Ahafo-Mine bereits ausgelaufen
- Neue Gold-Royalty von bis zu 12 Prozent geplant
- Finanzielle Rahmenbedingungen für Newmont brechen weg
- Earnings Call am 19. Februar 2026 im Fokus
Ghana dreht an der Abgabenschraube – und trifft damit ausgerechnet einen der wichtigsten Goldproduzenten im Land. Newmont muss sich darauf einstellen, dass ein zentrales Fundament seiner Aktivitäten in Ghana wegbricht: die langjährige Stabilitätsvereinbarung. Im Raum steht eine deutlich höhere Abgabenlast, just in einer Phase, in der der Goldpreis auf sehr hohem Niveau notiert. Wie stark könnte das die Ertragsbasis der Newmont-Projekte in Ghana verändern?
Härtere Bedingungen für Newmont
Die Regierung in Accra will die bestehenden Stabilitätsabkommen im Bergbau auslaufen lassen und nicht mehr verlängern. Diese Vereinbarungen hatten ausländischen Minengesellschaften über Jahre verlässliche steuerliche Rahmenbedingungen garantiert und damit Milliardeninvestitionen ermöglicht.
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Konkret ist Newmonts Stabilitätsabkommen für die Ahafo-Mine bereits im Dezember 2025 ausgelaufen. Ein von der Gesellschaft angestrebter Verlängerungsdeal wird laut Regierungsplänen nicht gewährt. Ähnliche Vereinbarungen mit anderen großen Produzenten wie AngloGold Ashanti und Gold Fields sollen bei Fälligkeit ebenfalls nicht erneuert werden.
Kern der Reform ist ein neues, deutlich höheres Lizenzmodell: Der Gesetzentwurf sieht eine Gold-Royalty von 9 % vor, die auf bis zu 12 % steigt, wenn der Goldpreis bei 4.500 US-Dollar je Unze oder darüber liegt. Bisher lag die Spanne der Royalties im Land bei rund 3 % bis 5 %. Da der Spotpreis für Gold derzeit um etwa 4.590 US-Dollar je Unze liegt, würden die höheren Sätze mit Inkrafttreten praktisch sofort greifen.
Für Newmont bedeutet das einen klaren Bruch mit den bisherigen Konditionen. Das Ahafo-Abkommen hatte eine Körperschaftsteuer von 32,5 %, eine gleitende Lizenz von 3 % bis 5,6 % sowie bestimmte Steuererleichterungen auf Inputs festgeschrieben. Dieses Paket bildete bislang den finanziellen Rahmen für die umfangreichen Aktivitäten im Land – von Ahafo South bis zum jüngst kommerzialisierten Ahafo-North-Projekt.
Ressourcennationalismus als Treiber
Die Kehrtwende in Ghana fügt sich in einen globalen Trend ein: Viele rohstoffreiche Staaten setzen auf eine stärkere Beteiligung an den Gewinnen, insbesondere bei hohen Rohstoffpreisen. Die Stabilitätsabkommen aus den frühen 2000er-Jahren waren damals ein bewusstes Lockmittel, um Kapital für den Aufbau des heimischen Bergbausektors ins Land zu holen – mit Erfolg. Ghana hat Südafrika als größten Goldproduzenten Afrikas überholt.
Nun rückt die Regierung eine andere Zielsetzung in den Vordergrund: Sie will nach eigener Lesart einen „faireren“ Anteil an den Erträgen der Goldhausse sichern. Der amtierende Chef der ghanaischen Minerals Commission, Isaac Tandoh, betont, man wolle mehr Wertschöpfung im Land halten und die Einhaltung der Regeln strenger durchsetzen. Die Sorge der Branche, dass härtere Bedingungen Investitionen abschrecken könnten, weist er damit implizit zurück.
Für Unternehmen wie Newmont verschiebt sich damit das Kräfteverhältnis. Der politische Preis für hohe Gewinne in rohstoffreichen Ländern steigt, gerade wenn diese Länder inzwischen weniger stark auf neue Investitionszusagen angewiesen sind als in der Aufbauphase.
Finanzieller Druck und Blick auf die Zahlen
Operativ könnte die Reform vor allem über höhere All-in Sustaining Costs (AISC) durchschlagen. Steigende Royalties und der Wegfall von Steuererleichterungen erhöhen direkt die Kostenbasis je Unze, was die Margen in Ghana spürbar einengen dürfte. Wie stark dieser Effekt im Detail ist, hängt von der endgültigen Ausgestaltung des Gesetzes und möglichen Übergangsregeln ab.
Der Reformvorschlag soll bis März dem Parlament vorgelegt werden. Für Newmont entsteht damit ein enger zeitlicher Rahmen, um Szenarien durchzurechnen und den Kapitalmarkt vorzubereiten. Investoren und Analysten warten nun vor allem auf eine konkrete Einschätzung des Managements.
An der Börse ist der Titel zuletzt stark gelaufen: Auf Wochensicht steht ein Plus von rund 5 %, im laufenden Monat beträgt der Anstieg knapp 35 %, auf Zwölfmonatssicht liegt die Aktie über 180 % im Plus. Der Kurs notiert damit nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch.
Fazit: Earnings Call im Fokus
Für Newmont wird der anstehende Zahlen-Termin zum Lackmustest für die Ghana-Frage. Am Donnerstag, den 19. Februar 2026, will das Unternehmen nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen und sich im Conference Call den Fragen der Investoren stellen. Im Mittelpunkt dürften neben den üblichen Kennzahlen vor allem die erwartete Kostensteigerung in Ghana, mögliche Anpassungen der Investitionspläne vor Ort und die Auswirkungen auf künftige Ergebnisprognosen stehen. In der Folge ist gut möglich, dass Analysten ihre Schätzungen und Bewertungsmodelle an das neue regulatorische Umfeld anpassen.
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