Newron: Unabhängiger Gutachter entlastet Evenamide

Ein unabhängiges Gremium entlastet das Schizophrenie-Medikament Evenamide nach einem Todesfall. Das globale Studienprogramm läuft weiter, die US-Studie bleibt pausiert.

Die Kernpunkte:
  • Todesfall nicht mit Prüfpräparat verbunden
  • Globales Studienprogramm läuft unverändert weiter
  • Phase-III-Ergebnisse für Herbst 2026 erwartet
  • Liquidität durch Darlehen und Platzierung gestärkt

Ein Todesfall in einer klinischen Studie hatte Newrons Aktie unter Druck gesetzt. Jetzt gibt es Entwarnung — und das Entwicklungsprogramm läuft weiter.

Unabhängige Prüfung entlastet Evenamide

Ein Studienteilnehmer starb an einem Prüfzentrum außerhalb der USA. Das löste eine Untersuchung aus und ließ die Aktie abstürzen. Ein unabhängiger Gutachter hat nun festgestellt, dass der Tod nicht mit dem Prüfpräparat Evenamide zusammenhing.

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Darauf aufbauend empfahl ein unabhängiges Sicherheitsgremium, das gesamte ENIGMA-TRS-Programm wie geplant fortzuführen. Die globale Studie ENIGMA-TRS 1 läuft ohne Unterbrechung — in 21 Ländern, mit mehr als 400 eingeschlossenen Patienten. Lediglich die US-Studie ENIGMA-TRS 2 bleibt vorerst pausiert, bis regulatorische Gespräche abgeschlossen sind.

Was auf dem Spiel steht

Evenamide ist ein Glutamat-Modulator der ersten Generation. Newron entwickelt den Wirkstoff als Zusatztherapie für Patienten mit behandlungsresistenter Schizophrenie — also für Menschen, die auf gängige Antipsychotika nicht ausreichend ansprechen. Gelingt die Zulassung, wäre Evenamide die erste neue Ergänzungstherapie für diese Patientengruppe seit der Einführung von Clozapin vor mehreren Jahrzehnten.

Phase-II-Daten zeigen gute Verträglichkeit und klinisch relevante Verbesserungen. Die entscheidenden Phase-III-Topline-Ergebnisse erwartet Newron im vierten Quartal 2026.

Finanzielle Basis für die Zielgerade

Newron hat seine Liquidität zuletzt deutlich gestärkt. Die Europäische Investitionsbank verlängerte die Laufzeit bestehender Darlehenstranche bis Juni 2028. Eine Privatplatzierung brachte bis zu 38 Millionen Euro ein.

Lizenzpartner in Japan und Südkorea — EA Pharma aus der Eisai-Gruppe sowie Myung In Pharm — liefern Meilensteinzahlungen, die die laufenden Entwicklungskosten mitfinanzieren.

Kurs erholt sich, bleibt aber weit unter Jahreshoch

Die Aktie notiert aktuell bei 15,80 Euro, ein Plus von rund 2,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Das täuscht nicht darüber hinweg, dass der Kurs seit Jahresbeginn rund 41 Prozent verloren hat — das 52-Wochen-Hoch von 32,95 Euro liegt mehr als 50 Prozent entfernt.

Kein Wunder, dass Anleger nervös bleiben. Der RSI liegt bei 52,7 — technisch neutral, aber die annualisierte Volatilität von knapp 70 Prozent zeigt, wie viel Unsicherheit noch im Kurs steckt.

Auf der Jefferies Global Healthcare Conference im Juni will das Management den Stand von ENIGMA-TRS 1 und den Zeitplan für die Wiederaufnahme der US-Rekrutierung konkretisieren. Bis dahin sind die Phase-III-Daten im Herbst der eigentliche Katalysator — positiv oder negativ.

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