Nike Aktie: Analysten verlieren Geduld
Vor den Quartalszahlen am 30. Juni senken mehrere Analysten die Kursziele für Nike. Der CFO-Wechsel und schwache Aussichten belasten die Aktie zusätzlich.

- Evercore senkt Einstufung und Kursziel
- Umsatzrückgänge für erstes Halbjahr 2027
- CFO-Wechsel kurz vor Quartalsbericht
- Wettbewerber gewinnen Marktanteile
Wenige Tage vor den Quartalszahlen dreht sich die Stimmung rund um Nike weiter ins Negative. Zwei Analysten senkten ihre Kursziele, der CFO wird ausgetauscht — und das Zeitfenster für eine schnelle Erholung schließt sich erkennbar.
Evercore zieht die Reißleine
Evercore ISI stufte die Aktie von „Outperform“ auf „In Line“ herunter und kappte das Kursziel deutlich auf 46 Dollar. Die Begründung ist lang und nicht schmeichelhaft: anhaltende Verwerfungen im Großhandelskanal, kaum sichtbare Produktinnovation bis weit in das Jahr 2027 — und konkrete Ausführungsfehler, darunter Lieferprobleme rund um die FIFA Weltmeisterschaft. Goldman Sachs hielt zwar an seiner neutralen Einschätzung fest, senkte das Kursziel aber ebenfalls auf 46 Dollar.
Der Analystenkonsens spiegelt die Skepsis: 14 Kaufempfehlungen stehen 22 Halteempfehlungen und 2 Verkaufsempfehlungen gegenüber. Das ist kein Vertrauensvotum.
Schwache Aussichten, starke Gegenwind
Nikes Vorabguidance für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 sieht Umsatzrückgänge im niedrigen einstelligen Bereich vor — deutlich unter dem, was Analysten erwartet hatten. Das trifft auf eine Ausgangslage, die ohnehin belastet ist: Das margenstarke Nike Direct-Segment schrumpft, der Digitalumsatz schwächelt, und Zollbelastungen haben die Bruttomarge in Nordamerika sechs Quartale in Folge gedrückt.
Parallel verliert Nike Boden gegenüber Wettbewerbern. Adidas, On Holding und Hokas Mutterkonzern Deckers Outdoors gewinnen im Segment Performance-Footwear weiter Marktanteile — genau das Terrain, das CEO Elliott Hill mit seiner „Win Now“-Strategie zurückerobern will.
Der CFO-Wechsel als Fragezeichen
Hinzu kommt der überraschende Wechsel des Finanzvorstands, der kurz vor dem Quartalsbericht am 30. Juni bekannt wurde. Solche Personalentscheidungen in sensiblen Momenten nähren Spekulationen — auch wenn die Hintergründe öffentlich noch unklar sind.
Die Quartalszahlen Ende Juni werden zeigen, ob das Ausmaß der Herausforderungen bereits vollständig eingepreist ist oder ob weitere Korrekturen folgen müssen.
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