Nike Aktie: Brasilien-Vertrag bis 2034 verlängert
Nike bindet Grupo SBF bis 2034 und beruft Jane Ewing in die Vertriebsleitung, während Analysten die Erholung der Aktie kritisch bewerten.

- Brasilien-Vertrag bis 2034 verlängert
- Jane Ewing übernimmt globale Handelsverantwortung
- Nike-Aktie seit Jahresbeginn 35 Prozent schwächer
- Quartalszahlen für 1. Oktober angekündigt
Der Sportartikelhersteller Nike versucht mit strategischen Weichenstellungen im Vertrieb und einer personellen Neuausrichtung in der Chefetage, dem anhaltenden Abwärtsdruck an der Börse entgegenzuwirken.
Wie das Unternehmen am heutigen Montag mitteilte, wurde die exklusive Vertriebsvereinbarung in Brasilien mit der Grupo SBF vorzeitig bis zum Jahr 2034 verlängert. Damit sichert sich der Konzern langfristigen Zugang zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte in Südamerika.
Parallel dazu verstärkt Nike seine Führungsebene mit einer erfahrenen Handelsmanagerin. Jane Ewing, die zuvor für den Einzelhandelsriesen Walmart tätig war, übernimmt mit Wirkung zum 7. September die Position des Executive Vice President und Chief Commercial Officer.
In dieser Funktion wird sie das globale Marktplatzgeschäft sowie die Sparte Nike Direct verantworten. Die Ernennung erfolgt in einer Phase, in der das Unternehmen unter erheblichem Druck steht, seine Direktvertriebsstrategie effizienter zu gestalten.
Schwache Nachfrage belastet den Einzelhandel
Die aktuellen Maßnahmen fallen in ein schwieriges Marktumfeld für die gesamte Sportartikelbranche. Am vergangenen Mittwoch war die Aktie zeitweise auf ein Zwölfjahrestief gefallen, nachdem der Einzelhandelspartner Dick’s Sporting Goods seine Gewinnprognose gesenkt hatte.
Dick’s berichtete laut Reuters und CNBC von einer spürbaren Verschlechterung der Nachfrage im Bereich Schuhe. Da Produkte von Nike etwa 35 % bis 40 % des gesamten Warenbestands dieses Partners ausmachen, reagierten die Anleger besorgt.
Die Kursentwicklung spiegelt die Skepsis wider: Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits 35 % an Wert verloren. Medienberichten zufolge belastet zudem die allgemeine Branchenschwäche, die zuvor bereits durch enttäuschende Prognosen des Konkurrenten On Holding befeuert wurde. Der aktuelle Kurs notiert mit 34,05 € nur noch knapp über den jüngsten Tiefstständen.
Analysten sehen Herausforderungen beim Turnaround
In der Analystenzunft herrscht derzeit eine geteilte Meinung über die Geschwindigkeit der Erholung. Die Experten von Truist Securities stuften das Papier am vergangenen Mittwoch von „Buy“ auf „Hold“ herab und reduzierten das Kursziel von 47 auf 42 US-Dollar. Sie begründeten diesen Schritt mit einer zunehmenden Unklarheit in der Turnaround-Strategie nach den schwachen Daten aus dem Einzelhandel.
Bernstein SocGen Group senkte das Kursziel am vergangenen Dienstag von 72 auf 68 US-Dollar, behielt die Einstufung „Outperform“ jedoch bei. Als Grund nannten die Analysten die Entscheidung von Nike, das Online-Großhandelsgeschäft in China aufzugeben.
Bereits vor rund einem Monat hatte JPMorgan die Einstufung auf „Underweight“ gesenkt und gewarnt, dass die Kosten für den Konzernumbau die Ergebnisse bis in das Geschäftsjahr 2028 hinein belasten könnten.
Personelle Wechsel und Blick auf die Quartalszahlen
Neben dem Neuzugang von Jane Ewing gibt es weitere Veränderungen in der Bilanzführung. Wie aus Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, wird Johanna Nielsen, Vice President und Chief Accounting Officer, das Unternehmen zum 4. September verlassen. Ihre Aufgaben werden vorübergehend von Finanzvorstand David Denton übernommen, der erst kürzlich offiziell als Insider gemeldet wurde.
Auch in der Aktionärsstruktur zeigen sich Verschiebungen. Während Großinvestoren wie BNY Mellon und BlackRock ihre Positionen zuletzt reduzierten, meldete Flossbach von Storch eine neue Position im Wert von 489 Millionen US-Dollar. Fayez Sarofim & Co. verringerte seinen Anteil im zweiten Quartal hingegen um fast 42 %.
Anleger richten ihren Fokus nun auf den 1. Oktober. Wie Nike am Samstag bekannt gab, wird der Konzern an diesem Tag nach US-Börsenschluss die Finanzergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorlegen. Diese Zahlen dürften Aufschluss darüber geben, ob die eingeleiteten Maßnahmen bereits erste Früchte tragen. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt derzeit 3,9 %.
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