Nike Aktie: Converse sackt um 32 Prozent ab
Nike kehrt unter CEO Hill zum Großhandel zurück, um Marktanteile zurückzugewinnen. Einmalige Zollrückerstattung verschleiert operative Schwäche.

- Rückkehr zum Großhandel
- Running-Sparte wächst zweistellig
- Einmaleffekt stützt Quartalsbilanz
- Converse-Umsatz bricht um 32% ein
Nike stemmt sich gegen den Abwärtstrend. Nach dem Sturz auf ein neues Jahrestief bei 34,43 Euro fing sich das Papier zum Wochenabschluss bei 38,70 Euro. Die Anleger bewerten derzeit die langfristigen Folgen der neuen Strategie unter CEO Elliott Hill.
Rückkehr zum Großhandel
Der Sportartikelriese vollzieht eine fundamentale Kehrtwende in seinem Geschäftsmodell. Nike rückt vom jahrelangen Fokus auf den Direktvertrieb ab. Stattdessen setzt Hill wieder verstärkt auf Partnerschaften mit großen Einzelhändlern wie Dick’s Sporting Goods. Auf diesem Weg will der Konzern verloren gegangene Marktanteile zurückerobern.
Erste Erfolge zeigen sich in der Running-Sparte. Diese wuchs zuletzt fünf Quartale in Folge zweistellig. Nike nutzt diese Dynamik bei den Performance-Produkten, um die Marke für das kommende Jahrzehnt neu zu positionieren.
Einmaleffekt verschleiert Druck
Die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal liefern ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank um ein Prozent auf elf Milliarden Dollar. Zwar kletterte der Nettogewinn auf 1,1 Milliarden Dollar, das Ergebnis ist jedoch verzerrt.
Eine Rückerstattung von Zöllen in Höhe von fast einer Milliarde Dollar stützte die Bilanz massiv. Dieser Einmaleffekt trieb die Bruttomarge auf 49,2 Prozent. Ohne diese Finanzspritze stünde die Profitabilität des Kerngeschäfts deutlich stärker unter Druck.
Flaute in China und bei Converse
Die Lage im wichtigen chinesischen Markt bleibt angespannt. Parallel dazu verbuchte die Tochtermarke Converse einen herben Rückschlag. Dort sackten die Erlöse zuletzt um 32 Prozent ab.
Um die schwache Konsumstimmung zu kontern, fährt Nike die Marketingausgaben vor der Fußball-Weltmeisterschaft hoch. Die Kampagne „Rip the Script“ erzielte bereits über 1,5 Milliarden Aufrufe. Der Konzern setzt darauf, dass sportliche Großereignisse die Nachfrage in der ersten Jahreshälfte 2027 wieder nachhaltig beleben.
Technisch zeigt sich eine leichte Entspannung. Die Aktie notiert mit 38,70 Euro wieder knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von rund 28 Prozent zu Buche.
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