Nike Aktie: Erholung erst 2027?

Nike erwartet aufgrund hoher US-Importzölle und eines Umsatzeinbruchs in China frühestens 2027 eine Margenerholung. Analysten senken ihre Bewertungen deutlich.

Die Kernpunkte:
  • US-Zölle kosten Nike jährlich 1,5 Milliarden Dollar
  • Umsatz in China bricht um rund 20 Prozent ein
  • Goldman Sachs und JPMorgan senken Kursziele drastisch
  • FIFA-WM 2026 als wichtiger Marketing-Hoffnungsträger

Nike kämpft an zwei Fronten gleichzeitig. Die Zollbelastungen durch neue US-Importzölle kosten den Konzern schätzungsweise 1,5 Milliarden Dollar jährlich — und in China bricht das Geschäft schneller weg als erwartet. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 32 Prozent verloren und notiert nahe einem Mehrjahrestief.

Zölle fressen Marge

Der Großteil von Nikes Produktion liegt in Vietnam, Indonesien, Kambodscha und China — genau jenen Ländern, die von den neuen US-Zöllen am härtesten getroffen werden. Die Folge: ein Margendruck von 120 Basispunkten auf die Bruttomarge des Geschäftsjahres 2026. Im abgelaufenen Quartal sank die Bruttomarge bereits auf 40,2 Prozent, der EBIT-Anteil fiel von 7,3 auf 5,6 Prozent.

CFO Matt Friend machte auf dem Earnings Call wenig Hoffnung auf schnelle Besserung. Eine Margenerholung sei frühestens im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 realistisch — und nur dann, wenn Maßnahmen wie Lieferkettendiversifizierung und gezielte Preiserhöhungen greifen. Die Verlagerung der Produktion nach Indien, Lateinamerika oder Nordafrika ist ein Projekt über mehrere Jahre.

China als Belastung

Besonders alarmierend ist die Entwicklung in Greater China. Für das vierte Quartal erwartet das Management einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent — in einer Region, die etwa 15 Prozent des globalen Konzernumsatzes ausmacht. Als Ursachen nennt Reuters operative Schwächen, wachsenden Wettbewerb durch heimische Marken und eine schwächere Verbrauchernachfrage.

Die Reaktion der Wall Street fiel deutlich aus. Goldman Sachs stufte die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel von 76 auf 52 Dollar. JPMorgan vollzog denselben Schritt — ebenfalls mit einem neuen Ziel von 52 Dollar, gesenkt von zuvor 86 Dollar — und verwies auf einen verlängerten Turnaround sowie Schätzungen für 2027 und 2028 unterhalb des Konsenses. Evercore-ISI-Analyst Michael Binetti warnte zudem, dass Nikes Strategie einer schrittweisen Gewinnstabilisierung die Erholung eher verzögern als beschleunigen könnte.

WM als Hoffnungsträger

Inmitten der schwachen Zahlen gibt es einen konkreten Lichtblick: die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Nike stattet zwölf Nationalmannschaften aus, darunter Brasilien, Frankreich, England und die USA. Das Marketingbudget wurde bereits auf 1,63 Milliarden Dollar erhöht, ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten erwarten, dass die Vertriebs- und Marketingausgaben 2026 die Marke von fünf Milliarden Dollar überschreiten.

Erste positive Signale gibt es: Das Laufsegment wuchs im dritten Quartal um mehr als 20 Prozent, und in Nordamerika legte der Großhandel um 11 Prozent zu. Im Februar verzeichnete Nike erstmals seit zwei Jahren in allen Vertriebskanälen gleichzeitig Wachstum.

Das Unternehmen plant, seinen „Win Now“-Restrukturierungsplan bis Ende 2026 abzuschließen. Auf dem bevorstehenden Investorentag soll ein klarerer Fahrplan für den Turnaround präsentiert werden — für Anleger der nächste wichtige Termin.

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