Nike Aktie: Gewinnziel deutlich gekappt

Für das Gesamtjahr kalkuliert Nike mit weniger Gewinn und Umsatz; zugleich plant der Konzern Stellenabbau und eine schlankere Organisation.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz um vier Prozent gesunken
  • Jahresgewinn je Aktie niedriger veranschlagt
  • Stellenabbau und Zusammenlegungen geplant
  • Asics, Anta und Li Ning verlieren

Nike muss kleiner werden, und der Konzern sagt das offen. Mit der Prognose für das laufende Geschäftsjahr hat der Sportartikelhersteller die Erwartungen der Wall Street klar unterschritten. Die Aktie geriet nachbörslich stark unter Druck.

Umsatz verfehlt, Ausblick belastet

Im ersten Quartal sank der Umsatz um 4 Prozent auf 11,21 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 11,32 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn fiel auf 712 Millionen Dollar oder 48 Cent je Aktie, nach 727 Millionen Dollar im Vorjahr.

Schwerer wiegt der Blick nach vorn. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet Nike einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,15 bis 1,35 Dollar. Die Analysten hatten im Schnitt 1,68 Dollar auf dem Zettel. Die Lücke ist erheblich.

Beim Umsatz rechnet das Management mit einem Rückgang um einen hohen einstelligen Prozentsatz. Es wäre das dritte Quartal in Folge mit sinkenden Einnahmen, wenn sich dieser Trend fortsetzt.

Schrumpfkur als Antwort

Nike will gegensteuern und die eigene Struktur verschlanken. Geplant sind ein Abbau von Stellen, geschrumpfte Betriebsabläufe und die Zusammenlegung regionaler Geschäfte. Ein schneller Wendepunkt ist damit nicht in Sicht. Der Konzern setzt zunächst auf Kostenseite und Effizienz, bevor das Wachstum zurückkehren soll.

Sogwirkung auf die Branche

Die Zahlen strahlen auf andere Sportartikelwerte aus. In Asien gaben Aktien der Konkurrenz am Freitag nach. Asics verlor in Tokio 3,0 Prozent. In Hongkong sanken Anta Sports um 0,8 Prozent und Li Ning um 2,6 Prozent.

Das Umfeld hilft Nike dabei nicht. An den Märkten belasten steigende Ölpreise und die Zinsdebatte in den USA. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen erreichte zuletzt mit 5,34 Prozent den höchsten Stand seit 2002. Hohe Zinsen und teure Energie dämpfen tendenziell die Kauflaune der Verbraucher, auf die Nike angewiesen ist.

Am Freitag richten sich die Blicke zunächst auf den US-Arbeitsmarktbericht um 14:30 Uhr deutscher Zeit. Ökonomen erwarten einen Zuwachs von 84.000 Stellen. Fällt er schwächer aus, dürfte das Thema Konsumlaune auch bei Nike an Gewicht gewinnen, wenn die Aktie den ersten regulären Handelstag nach den Zahlen erlebt.

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