Nike Aktie: Johanna Nielsen verlässt am 4. September
Nike strafft Filialnetz, wechselt Finanzführung und setzt auf neue Kollektionen. Analysten zeigen sich nach Kursrutsch vorsichtig optimistisch.

- Nike beendet Nike-Live-Format
- Finanzchefin verlässt das Unternehmen
- Zacks Research stuft Aktie hoch
- Neue Kollektionen und Partnerschaften geplant
Der US-Sportartikelriese Nike befindet sich in einer Phase des tiefgreifenden Umbaus. Während das Unternehmen sein Filialnetz strafft und sich von experimentellen Ladenkonzepten verrennt, steht auch in der Führungsebene der Finanzabteilung ein Wechsel an.
Nach einem deutlichen Kursverfall in den vergangenen Monaten versuchen das Management und neue Produktinitiativen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie bereits 33 % an Wert und notiert heute mit einem Plus von 0,4 % bei 35,06 Euro nur leicht fester.
Aus für „Nike Live“ und personeller Umbruch
Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung hat Nike die Einstellung seines „Nike Live“-Konzepts bestätigt. Wie am vergangenen Samstag bekannt wurde, schließt das Unternehmen 15 dieser kleinflächigen Einzelhandelsstandorte. Damit verabschiedet sich der Konzern endgültig von diesem Format, nachdem bereits im März alle Fitness-Standorte unter dem Namen „Nike Studios“ aufgegeben worden waren.
Diese Konsolidierung deutet darauf hin, dass sich der Sportartikelhersteller künftig wieder stärker auf seine Kernformate und großflächigere Markenerlebnisse konzentrieren will.
Parallel zum Rückzug aus den Kleinflächenläden steht ein Wechsel in der Buchhaltungsführung an. Johanna Nielsen, Vice President und Chief Accounting Officer, wird das Unternehmen zum 4. September verlassen, um sich neuen Aufgaben zu widmen.
Nike teilte mit, dass Finanzvorstand David Denton die Rolle des Interim Corporate Controller übernehmen wird, bis eine dauerhafte Nachfolge für Nielsen gefunden ist. Solche personellen Veränderungen in der Finanzführung werden am Markt oft genau beobachtet, da sie mit Phasen strategischer Neujustierungen zusammenfallen können.
Analysten-Upgrade nach historischem Tiefstand
Trotz der operativen Baustellen gibt es erste Anzeichen für eine Stabilisierung an der Börse. Nachdem die Aktie in der vergangenen Woche zwischen Mittwoch und Freitag auf ein Zwölf-Jahres-Tief abgerutscht war, reagierten erste Marktexperten auf das niedrige Bewertungsniveau.
Die Analysten von Zacks Research stuften das Papier am Freitag von „Strong Sell“ auf „Hold“ hoch. Zwar wurde das durchschnittliche Kursziel im Marktkonsens zuletzt auf 53,53 US-Dollar taxiert, doch die Heraufstufung durch Zacks signalisiert, dass der größte Verkaufsdruck vorerst nachlassen könnte.
Diese vorsichtige Zuversicht steht im Kontrast zu einer Einschätzung von JPMorgan vom 10. August. Die Bank hatte den Wert auf „Underweight“ herabgestuft und dabei Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen der „Win Now“-Strategie auf die Gewinnmarge geäußert.
Medienberichten zufolge senkten verschiedene Analysehäuser ihre Gewinnprognosen für das kommende Geschäftsjahr auf durchschnittlich 1,51 US-Dollar je Aktie. Vom 52-Wochen-Hoch bei 68,62 Euro ist das Papier mit einem Abschlag von rund 49 % weiterhin weit entfernt.
Produktinnovationen und Kooperationen als Hoffnungsträger
Um die Begehrung der Marke wieder zu steigern, setzt Nike verstärkt auf limitierte Kollektionen und neue Partnerschaften. Am gestrigen Sonntag kündigte der Konzern die weltweite Veröffentlichung der „One Piece Air Max Plus Devil Fruits Collection“ für den 25. September an.
Flankiert wird der Launch von internationalen Pop-up-Events, die am 4. September in Tokio starten. Zudem wurde am Donnerstag mit dem „Pegasus Plus 2“ ein neues Modell für das Tempotraining vorgestellt.
Neben der Produktpipeline setzt das Unternehmen auf Gemeinschaftsprojekte und den Ausbau im Frauensport. In Zusammenarbeit mit Foot Locker wurde am vergangenen Samstag das Projekt „The Crenshaw Rec“ in South Los Angeles eröffnet, das den lokalen Einzelhandel mit Gemeinschaftsaspekten verknüpfen soll. Zudem gab Nike am Donnerstag eine neue Partnerschaft mit RAJ Sports bekannt, die speziell die Förderung des Frauensports zum Ziel hat.
Positive Nachrichten kamen zudem von regulatorischer Seite: Die US-Behörde EEOC zog einen Antrag zur Erzwingung von Informationen zurück, da Nike die Anforderungen bezüglich der Offenlegung von Diversitäts- und Inklusionsrichtlinien vollständig erfüllt habe.
Auch institutionelle Investoren scheinen das niedrige Kursniveau zu nutzen; laut einer aktuellen Pflichtmitteilung hält ein großer Investor mittlerweile eine passive Beteiligung von mehr als 5 % an den ausstehenden Aktien.
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