Nike Aktie: Mbappé-Abgang und Index-Rauswurf treffen zusammen
Nike scheidet aus dem S&P 100 aus, verliert Mbappé und erhält niedrigere Kursziele. Der Quartalsbericht folgt am 1. Oktober.

- Aktie verliert seit Jahresbeginn 40 Prozent
- Nike verlässt den S&P 100
- Mbappé wechselt zum Rivalen On
- Stifel und UBS senken Kursziele
Der weltgrößte Sportartikelhersteller durchlebt operativ wie an den Finanzmärkten eine anhaltende Schwächephase. Neben wachsender Konkurrenz und schrumpfenden Erlösen im wichtigen chinesischen Markt verlor der Konzern zuletzt prominente Werbeträger und seinen Platz in einem zentralen US-Börsenbarometer. Am Markt verharrt das Papier in der Nähe seines Jahrestiefs.
Index-Abstieg und prominenter Markenabgang
Gestern schied Nike nach 18 Jahren aus dem US-Auswahlindex S&P 100 aus. Die Streichung folgt auf eine jahrelange Underperformance, die den Börsenwert des US-Konzerns drastisch schrumpfen ließ. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus der Aktie auf 40 Prozent.
Zusätzlich geriet das Marketing des Sportartikelriesen ins Wanken. Am Freitag verließ Fußballstar Kylian Mbappé das Unternehmen nach fast zwei Jahrzehnten Partnerschaft und wechselte zum Schweizer Rivalen On. Berichten der Sportzeitung L’Équipe zufolge hatte Nike vergeblich versucht, den Franzosen mit einem Angebot von rund 20 Millionen Euro pro Jahr zu halten.
Für weitere Unruhe sorgte die Konzerntochter Converse. Das Tochterunternehmen musste gestern eine weltweite Social-Media-Kampagne für das Schuhmodell Chuck 70 X zurückziehen und eine Entschuldigung veröffentlichen. Kritiker und US-Bürgerrechtler hatten der Werbelinie vorgeworfen, Motive zu verwenden, die an Lynchjustiz und den Ku-Klux-Klan erinnern.
Zurückhaltung an der Wall Street
Die Serie an Rückschlägen trifft Nike kurz vor der Veröffentlichung der neuen Geschäftszahlen für das erste Quartal, die am 1. Oktober anstehen. Marktbeobachter rechnen mit anhaltenden Belastungen.
Finanzchef Matt Friend hatte zuvor bereits gewarnt, dass in China binnen sechs Monaten keine spürbare Erholung zu erwarten sei. Im vierten Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres waren die Umsätze in der Region Greater China um 17 Prozent eingebrochen.
Vor diesem Hintergrund korrigierten führende Analysehäuser ihre Erwartungen nach unten. Das Institut Stifel stufte den Titel mit einer Halteempfehlung ein und senkte das Kursziel auf 40 US-Dollar. Auch UBS-Analyst Jay Sole reduzierte seine Zielmarke auf 42 US-Dollar und stellte für das anstehende Quartal ein Verfehlen der Konsensprognosen in Aussicht.
Um den strategischen Umbau voranzutreiben, berief das Unternehmen am 16. September Alexandre Arnault in das Board of Directors. Der 34-jährige Spitzenmanager des Luxusgüterkonzerns LVMH soll neue Impulse im Markenauftritt und im margenstarken Lifestyle-Segment setzen.
Im vorbörslichen Handel notiert der Anteilsschein am heutigen Dienstag bei 31,52 Euro. Anleger warten nun auf den Quartalsbericht in der kommenden Woche, der Aufschluss über den Erfolg der eingeleiteten Gegenmaßnahmen geben muss.
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