Nike Aktie: Morgan Stanley bleibt vor Investorentag skeptisch

Morgan Stanley und Stifel sehen eine langsame Erholung; Nikes Investorentag soll den mittelfristigen Wachstumspfad konkretisieren.

Die Kernpunkte:
  • Nike-Aktie legt um 5,3 Prozent zu
  • Morgan Stanley senkt das Kursziel
  • Stifel bleibt bei seiner Halteempfehlung
  • Umsatzbeschleunigung erst ab Geschäftsjahr 2029 erwartet

Morgan Stanley senkt heute das Kursziel für Nike, während Stifel an seiner neutralen Einschätzung festhält. Beide Häuser rechnen mit einer langwierigen Umsatzsanierung. Der Investorentag wird damit zum wichtigen Prüfstein: Entscheidend ist, welchen Weg Nike zurück zu Wachstum und höheren Margen aufzeigt.

Die Aktie gewinnt heute dennoch 5,3%. Dieser Anstieg steht im Kontrast zu den vorsichtigen Analystenaussagen. Eine kurzfristige Kurserholung und eine nachhaltige operative Wende sind derzeit zwei unterschiedliche Fragen.

Morgan Stanley erwartet längeren Umsatzrückgang

Morgan Stanley senkt das Kursziel und bestätigt die Empfehlung „Untergewichten“. Die Bank erwartet, dass die Neuausrichtung des Umsatzes noch mindestens zwei weitere Jahre dauern könnte.

Dahinter steckt nicht nur Skepsis gegenüber dem nächsten Quartal. Die Analysten stellen vielmehr infrage, wie schnell Nike wieder ein belastbares Umsatzniveau erreichen kann. Ihr Blick richtet sich dabei auf die längerfristigen Erwartungen des Marktes.

Für das Geschäftsjahr 2031 veranschlagt Morgan Stanley normalisierte Umsätze von rund 40 Milliarden US-Dollar. Das liegt nach Berechnungen der Bank etwa 15% unter der Konsensprognose. Die Einschätzung beruht auf drei eigenen Umsatzanalysen.

Für Anleger liegt das Risiko somit in den Erwartungen selbst: Sollten diese weiter sinken, müsste Nike nicht nur operative Fortschritte erzielen. Das Unternehmen müsste zugleich zeigen, dass die langfristigen Wachstumsannahmen tragfähig sind.

Stifel setzt auf einen langsamen Wiederaufbau

Stifel bestätigt die Empfehlung „Halten“ und ein Kursziel von 36 US-Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Haus einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.

Eine schnelle Gegenbewegung unterstellt auch diese Einschätzung nicht. Stifel rechnet erst später mit einer deutlichen Umsatzbeschleunigung. Der Investorentag dürfte deshalb vor allem daran gemessen werden, ob Nike einen nachvollziehbaren mittelfristigen Rahmen vorlegt.

Stifel erwartet einen Fünfjahresplan bis zum Geschäftsjahr 2031. Dieser könnte ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich und eine operative Marge im niedrigen zweistelligen Bereich vorsehen. Beim Gewinn je Aktie kalkuliert das Haus für das Zieljahr mit 3 US-Dollar.

Das sind Analystenerwartungen, keine bereits bestätigten Unternehmensziele. Besonders wichtig wird deshalb die Abgrenzung zwischen möglichen Effizienzgewinnen und einer tatsächlichen Erholung der Nachfrage.

Das Programm PACE soll die operative Marge um 50 bis 100 Basispunkte verbessern. Eine deutliche Umsatzbeschleunigung erwartet Stifel allerdings nicht vor dem Geschäftsjahr 2029.

Margenfortschritt allein reicht noch nicht

Die jüngsten Geschäftszahlen liefern bereits einen Ansatzpunkt für die Erholung. Im Quartal bis zum 31. August verbesserte Nike seine Bruttomarge gegenüber dem Vorjahresquartal, wozu allerdings niedrigere Logistik- und Lagerkosten wesentlich beitrugen. Die bessere Profitabilität belegt deshalb noch keine breite Belebung des Geschäfts. Gerade diese Unterscheidung erklärt die Zurückhaltung der Analysten.

Für das Geschäftsjahr 2027 stellt Nike weiterhin einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

Der Investorentag muss somit mehr liefern als ein langfristiges Margenziel. Für die Bewertung zählt, ob Nike den Übergang von Kosteneinsparungen zu neuem Umsatzwachstum überzeugend erläutert.

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