Nike Aktie: Race-Day-System reicht nicht!
Nike meldet rückläufige Erlöse, plant Milliarden-Einsparungen und bringt neue Produkte in den Kategorien Laufen und Basketball.

- Neue Impulse für Lauf- und Basketballgeschäft
- Pace soll bis 2031 rund 2,5 Milliarden Dollar einsparen
- Umsatz im ersten Quartal um vier Prozent gesunken
- Berenberg senkte Nike auf Sell
Der Sportartikelhersteller Nike versucht mit neuen Modellen und Marketingimpulsen verlorenen Boden gutzumachen. Am 8. Oktober stellte der Konzern neue Produkt- und Markeninitiativen vor. Dazu gehören ein sogenanntes Race-Day-System für Läufer sowie der Basketballschuh LeBron 24. Mit diesen Vorstößen in den Kernkategorien Laufen und Basketball reagiert das Management auf den wachsenden Druck im globalen Sportartikelmarkt.
Die Produktvorstellungen folgen auf eine Phase tiefgreifender Einschnitte. Neben neuen Modellen soll vor allem ein weitreichender Konzernumbau das Ruder herumwerfen.
Sparprogramm Pace soll Milliarden einbringen
Nike hatte ein Restrukturierungsprogramm für das operative Modell namens Pace angekündigt. Durch diese Maßnahmen strebt das Unternehmen bis zum Geschäftsjahr 2031 kumulierte Einsparungen von rund 2,5 Milliarden $ an. Den erwarteten Vorteilen stehen zugleich erhebliche Vorabkosten gegenüber: Nike rechnet mit Vorsteuerbelastungen in Höhe von ungefähr 1,0 Milliarde $. Erste Personalentscheidungen im Rahmen dieses Umbaus sollen im Jahr 2027 anlaufen.
Bereits am 23. April hatte Nike den Abbau von rund 1.400 Stellen im weltweiten operativen Bereich bekannt gegeben, von denen laut COO Venkatesh Alagirisamy der Großteil auf den Technologiebereich entfiel. Die Maßnahmen verdeutlichen das Bestreben, Kostenstrukturen zu straffen und die Effizienz zu steigern, während das Unternehmen gleichzeitig seine Innovationskraft neu entfachen will.
Gegenwind im operativen Geschäft
Hintergrund der Initiativen ist ein spürbarer Rückgang der Nachfrage. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 belief sich der Konzernumsatz laut Reuters auf 11,21 Milliarden $, was einem währungsbereinigten Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,48 $. Besonders deutlich zeigte sich die Kaufzurückhaltung im Großraum China, wo die Erlöse auf währungsbereinigter Basis um 26 Prozent einbrachen.
Zudem hatte der Konzern vor rund zwei Wochen einen gedämpften Ausblick gegeben und für das gesamte Geschäftsjahr 2027 einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Die Skepsis am Markt schlug sich auch in den Expertenstimmen nieder: Medienberichten zufolge senkte das Analysehaus Berenberg am 6. Oktober sein Votum für Nike von Hold auf Sell und reduzierte das Kursziel drastisch von 49 auf 27,50 $.
An der Börse hinterließen die operativen Hürden deutliche Spuren. Gestern ging die Aktie bei 31,57 Euro aus dem Handel; seit Jahresanfang summieren sich die Kursverluste auf 40 Prozent. Ob die neuen Produktlinien ausreichen, um die Trendwende herbeizuführen, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Innovationen im Handel greifen.
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