Nike Aktie: Turnaround unter Druck

Der Sportartikelhersteller Nike kämpft mit milliardenschweren Zollkosten, einer behördlichen Untersuchung und einem Einbruch auf dem chinesischen Markt, während die Aktie deutlich unter ihrem Jahreshoch notiert.

Die Kernpunkte:
  • Jährliche Zusatzkosten von 1,5 Milliarden Dollar durch Zölle
  • Behördliche Klage zu Diversity-Programmen in den USA
  • Umsatz in China bricht um 16 Prozent ein
  • Nächster Quartalsbericht für Mitte März erwartet

Nike steckt mitten in einer turbulenten Phase. Handelspolitische Wendungen, eine Milliardenbelastung durch Zölle und eine behördliche Untersuchung zu Diversity-Programmen setzen den Sportartikelhersteller unter Druck. Die Aktie notiert bei rund 54 Euro – weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei knapp 78 Euro. Und das, obwohl das Management von der „Mitte des Turnarounds“ spricht.

Zollpolitik im Zickzackkurs

Am 20. Februar 2026 kippte der Oberste Gerichtshof der USA Präsident Trumps Notfall-Zölle in einer 6-3-Entscheidung. Die Begründung: Der Präsident habe keine Befugnis, solche Abgaben unter dem International Emergency Economic Powers Act zu verhängen. Nike, stark abhängig von Produktion in Übersee – insbesondere Vietnam – profitierte zunächst. Die Aktie schnellte kurzzeitig über 68 Dollar.

Doch die Erleichterung währte nicht lange. Trump reagierte prompt mit einem neuen 10-Prozent-Globalzoll unter einer anderen Rechtsgrundlage (Section 122), später angehoben auf 15 Prozent. Diese Regelung gilt bis zu 150 Tage ohne Zustimmung des Kongresses. Nike gab die Gewinne noch am selben Tag wieder ab.

1,5 Milliarden Dollar Zusatzkosten

Die Zollbelastung wiegt schwer. Laut einer Analyse von Zacks vom 24. Februar 2026 muss Nike mit jährlich 1,5 Milliarden Dollar zusätzlichen Produktkosten rechnen. Das entspricht einem Bruttobelastung von rund 320 Basispunkten für die Bruttomarge im Geschäftsjahr 2026. Zwar hat das Unternehmen Gegenmaßnahmen eingeleitet, um den Nettoeffekt auf etwa 120 Basispunkte zu drücken – ein erheblicher Bremsklotz bleibt es dennoch.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (per 30. November 2025) legte Nike folgende Zahlen vor:

  • Umsatz: 12,4 Milliarden Dollar, plus 1 Prozent
  • Bruttomarge: 40,6 Prozent, minus 300 Basispunkte
  • Gewinn je Aktie: 0,53 Dollar, minus 32 Prozent
  • Nettogewinn: 0,8 Milliarden Dollar, minus 32 Prozent
  • Großhandel: plus 8 Prozent, angetrieben von 24 Prozent Wachstum in Nordamerika

Für das dritte Quartal prognostiziert das Management einen Margenrückgang von 175 bis 225 Basispunkten – darunter geschätzte 315 Basispunkte aus zollbedingten Mehrkosten.

Behördliche Untersuchung zu Diversity-Programmen

Hinzu kommt regulatorischer Gegenwind. Die US-Gleichstellungsbehörde EEOC hat am 4. Februar 2026 eine Durchsetzungsklage gegen Nike eingereicht. Die Behörde verlangt Informationen zu Nikes Diversity-, Gleichstellungs- und Inklusionsprogrammen. Untersucht wird, ob diese Programme möglicherweise weiße Mitarbeiter diskriminiert haben.

Nike bezeichnete den Schritt als „überraschende und ungewöhnliche Eskalation“ und verwies darauf, bereits „Tausende Seiten an Informationen“ bereitgestellt zu haben. Bloomberg Law stufte den Fall als potenziellen „Testfall“ für die umfassendere Prüfung betrieblicher Diversity-Programme durch die EEOC ein.

Nordamerika läuft, China schwächelt

Regional zeigt sich ein gespaltenes Bild. Nordamerika wuchs im zweiten Quartal um 9 Prozent, der Großhandel legte sogar um über 20 Prozent zu. Die Laufschuh-Kategorie verzeichnete kanalübergreifend ein Plus von mehr als 20 Prozent.

Größte Baustelle bleibt China. Dort brach der Umsatz um 16 Prozent ein, das operative Ergebnis halbierte sich nahezu. Auch die Tochtermarke Converse kämpft: Der Umsatz sank um 30 Prozent auf 300 Millionen Dollar. Das Management rechnet für den Rest des Geschäftsjahres mit anhaltenden Belastungen.

Ausblick: Quartalszahlen im März entscheidend

Die kommenden Wochen dürften Klarheit bringen. Der nächste Quartalsbericht wird für den 18. März 2026 erwartet. Anleger werden vor allem auf aktualisierte Margenprognosen, konkrete Sparmaßnahmen bei den Zollkosten und mögliche Aussagen zur EEOC-Untersuchung achten. Bis dahin bleibt Nike in der Defensive – operativ zwar in Nordamerika auf Kurs, aber an anderen Fronten weiter unter Beschuss.

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