Nike Aktie: Verbraucher kneifen die Geldbörse
Nike übertrifft Erwartungen im vierten Quartal, warnt aber vor Umsatzrückgang. Analysten senken Kursziel, sehen aber Chancen für Erholung.

- Umsatz- und Ergebnisüberraschung im Schlussquartal
- Schwächeres Geschäft ab Mitte April
- Guggenheim senkt Kursziel auf 60 Dollar
- Analystentag im November als Hoffnungsträger
Die Quartalszahlen überzeugten — der Ausblick nicht. Nike hat im vierten Fiskalquartal sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis die Erwartungen übertroffen, doch der Kursreaktion nach Börsenschluss tat das wenig Gutes. Investoren schauen längst nach vorne, und dort sieht es weniger rosig aus.
Solide Zahlen, schwache Perspektive
Der Umsatz erreichte 11 Milliarden Dollar und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,20 Dollar — deutlich über den erwarteten 0,12 Dollar. Ein Teil dieses Beats geht allerdings auf einen einmaligen Zollrückerstattungseffekt zurück, kein dauerhaftes Margenprogramm.
Das eigentliche Problem: Nach einem starken März schwächelte das Geschäft ab Mitte April spürbar. Finanzchef Matthew Friend machte keinen Hehl daraus — Verbraucher stünden weltweit unter Druck, und das bekomme das Sportartikelgeschäft direkt zu spüren. Für das erste Fiskalquartal erwartet Nike einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.
Guggenheim senkt Kursziel, bleibt optimistisch
Guggenheim reagierte prompt: Das Kursziel fiel von 74 auf 60 Dollar, die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Die Bank begründet die Kürzung mit allgemein gesunkenen Bewertungsmultiples im Einzelhandel und anhaltender Unsicherheit — namentlich in China, der EMEA-Region und beim Markenableger Converse. Nordamerika hingegen wächst weiter.
Als mögliche Kurstreiber benennt Guggenheim ein sich abzeichnendes Trendwechselpotenzial bei den Schätzungen, den neu besetzten CFO-Posten sowie einen Analystendag im November. Früher als ursprünglich erwartet soll die Bruttomargenverbesserung bereits im ersten Quartal greifen — statt wie bisher angenommen im zweiten. Das könnte ein erster Hinweis auf eine Stabilisierung sein.
Die Unsicherheit strahlt indes über den Konzern hinaus. Adidas-Aktien gerieten am Mittwochmorgen vorbörslich unter Druck — die schwachen Nike-Kommentare zum Konsumklima belasten den gesamten Sektor.
Mit dem Analystendag im November als nächstem größeren Kommunikationstermin hat das Management eine Bühne, um den Turnaround-Kurs mit konkreten Zahlen zu untermauern. Bis dahin bleibt die Ausgangslage klar: starke Vergangenheit, trübe Gegenwart, ungewisse Erholung.
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