Nike: Durchhalten macht sich bezahlt

Der amerikanische Sportartikel-Gigant Nike ist ein großes Risiko eingegangen, scheint nun aber die Ernte einfahren zu können. Ein Risiko deshalb, weil man seine neue Kampagne zum 30. Jahrestag des firmeneigenen Slogans „Just do it“ ausgerechnet mit dem ehemaligen Quarterback der San Francisco 49ers Colin Kaepernick begonnen hat.

Kaepernick stand und steht im Mittelpunkt einer hitzig geführten Kontroverse, nachdem er sich entschied, 2016 bei einem Footballspiel nicht zur Nationalhymne aufzustehen, um damit gegen Rassendiskriminierung zu protestieren. In der vergangenen Saison eskalierte die Diskussion, nachdem etliche andere Spieler statt aufzustehen auf die Knie gingen. Selbst US-Präsident Donald Trump witterte dagegen zornig an und verlangte die Entlassung der Protestanten.

Nike pokert hoch

Insofern war es auch ein Risiko von Nike, ausgerechnet Kaepernick zur Werbeikone zu machen, was auch am Markt vorerst negative Reaktionen brachte. So sackte die Aktie nach Bekanntwerden der neuen Kampagne deutlich ab. Doch inzwischen konnte sie diese Verluste wieder wettmachen. Denn an den Ladenkassen kam die Kampagne wider Erwarten sehr gut an.

Verkäufe ziehen an

Wie gemeldet wurde, konnten die Onlineverkäufe allein zwischen Sonntag und Mittwoch vergangener Woche (Labour-Day-Wochenende) um 27 % ansteigen. Im Jahr zuvor hatte es in der gleichen Zeitspanne einen Rückgang um 2 %gegeben.

Allerdings scheint sich auch Nike des Risikos bewusst gewesen zu sein. Denn die laufende Kampagne baut nicht nur auf Kaepernick auf, sondern es sollen auch solche anderen bekannten Sportler wie LeBron James, Serena Williams und Odell Beckham Jr. mit einbezogen werden.

Aktie bestätigt Aufwärtstrend

Damit liefert Nike auch den nötigen Gesprächsstoff im Vorfeld des kommenden Quartalsberichtes, der am 25. September veröffentlicht werden soll. Hinsichtlich der Aktie hat die Kontroverse wie gesagt nur wenig Spuren hinterlassen. Der erste Abschlag konnte nicht den Aufwärtstrend gefährden. Die 50-Tage-Linie als Unterstützung hielt erneut, sodass grundsätzlich mit einer Fortsetzung der positiven Aufwärtsbewegung gerechnet werden darf.

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