Nikkei 225: Chip-Crash belastet Tokio
Schwache Halbleiterwerte und steigende Anleiherenditen drücken den japanischen Leitindex unter die 70.000-Punkte-Marke.

- Nikkei fällt um 2,47 Prozent
- Chip-Aktien erleiden schwere Verluste
- Yen-Erholung belastet Exporteure
- US-Arbeitsmarktdaten als nächster Impuls
Die KI-Euphorie verpufft. Nicht nur an der Wall Street, sondern auch in Tokio. Der Nikkei 225 stürzte am Donnerstag um 2,47 Prozent auf 68.733,15 Zähler ab. Das sind 1.742 Punkte weniger als am Vortag.
Zwei Entwicklungen drückten auf den Index: eine globale Talfahrt bei Halbleiterwerten und der höchste Stand japanischer Staatsanleihen seit 1997. Die Rendite zehnjähriger JGBs kletterte auf 2,78 Prozent. Das belastet vor allem hoch bewertete Tech-Aktien.
Chip-Werte unter Druck
Die Verliererliste liest sich wie ein Who’s who der Halbleiterbranche. Kioxia Holdings stürzte um 13,5 Prozent ab. Taiyo Yuden und Advantest verloren jeweils zehn Prozent. Tokyo Electron gab 7,4 Prozent nach. Der Konzern hat ein so hohes Gewicht im Index, dass allein sein Kursrutsch viele Punkte kostete.
Auslöser war ein massiver Ausverkauf bei südkoreanischen und US-amerikanischen Chipwerten über Nacht. Die Märkte reagieren auf eine wachsende Skepsis gegenüber KI-Investitionen. Analysten sprechen von „AI Fatigue“.
Gewinner im defensiven Lager
Nicht alle Werte wurden abgestraft. Nomura Research Institute legte 7,2 Prozent zu, BayCurrent stieg um 7,1 Prozent. Japan Airlines gewann 6,9 Prozent. Auch Toyota Motor und Sony Group standen im Plus — mit 4,0 beziehungsweise 3,8 Prozent.
Die Käufer suchten Schutz in defensiven und zyklischen Werten. Höhere Zinserwartungen halfen zudem den Finanzaktien.
Starker Yen als zusätzliche Last
Der Yen erholte sich deutlich. Das USD/JPY-Paar fiel auf rund 161,24 — nachdem es zuvor nahe 163,00 und damit auf 40-Jahres-Hochs notiert hatte. Marktteilnehmer fürchten eine „verdeckte Intervention“ der japanischen Notenbank.
Normalerweise hilft ein schwacher Yen den Exporteuren. Heute sorgte die umgekehrte Bewegung für zusätzlichen Druck. Mitsubishi Electric fiel zwei Prozent, Panasonic verlor vier Prozent.
Wichtige Marke in Gefahr
Der Nikkei durchbrach die kurzfristige Unterstützung bei 69.500 Punkten. Jetzt testet er das Niveau um 68.700. Rutscht der Index darunter, könnte die 50-Tage-Linie in den Fokus rücken — aktuell bei rund 64.980 Zählern.
Der RSI fiel aus überkauften Regionen zurück. Der parabolische Anstieg von Anfang Juni ist vollständig abgekühlt.
Blick auf die US-Arbeitsmarktdaten
Freitag entscheidet sich die nächste Richtung. Dann veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Nonfarm Payrolls. Zeigen die Daten eine weitere Abkühlung, könnte der Dollar weiter nachgeben. Das würde den Yen stärken — und den Nikkei unter Druck halten.
Der Widerstand liegt nun bei 69.500 Punkten. Die wichtige Haltezone für die Bullen: 68.500.
Nikkei 225: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nikkei 225-Analyse vom 2. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Nikkei 225-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nikkei 225-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nikkei 225: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




