Nikkei 225: Dritter Rekordtag in Serie

Der japanische Leitindex schließt den dritten Handelstag in Folge mit Gewinnen. Zinshoffnungen aus den USA stützen die Rally, doch charttechnische Warnsignale trüben das Bild.

Die Kernpunkte:
  • Nikkei gewinnt 784 Punkte
  • US-Zinserhöhungsrisiko sinkt deutlich
  • RSI signalisiert überhitzte Marktlage
  • Widerstandszone bei 69.000 Punkten

Drei Gewinntage in Folge, fast 1.700 Punkte eingesammelt — der japanische Leitindex zeigt sich derzeit in bemerkenswerter Verfassung. Am Donnerstag ging es um 784,53 Punkte oder 1,16 Prozent nach oben, der Nikkei 225 schloss bei 68.308,59 Zählern. Zwischenzeitlich reichte die Spanne von 68.006 bis 68.800 Punkte — genau die Zone, die charttechnisch inzwischen zum Nadelöhr geworden ist.

Getragen wurde die Rally von Finanzwerten, Immobilienkonzernen, Technologietiteln und Textilherstellern. Der Rückenwind kam dabei nicht nur aus Tokio selbst.

Zinsfantasie treibt die Kurse

Die US-Konjunkturdaten liefern derzeit die eigentliche Story. Nachdem die Erzeugerpreise in den USA im Juli überraschend stagnierten, verdichten sich die Signale für eine lockerere Geldpolitik. Zusammen mit moderaten Verbraucherpreisen und schwächeren Jobzahlen der Vorwoche hat sich das Bild am Anleihemarkt spürbar gedreht.

Laut CME-Group-Daten ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im September auf 34,6 Prozent gefallen — vor einer Woche lag sie noch bei 55 Prozent. Die Wall Street reagierte prompt: Dow, Nasdaq und S&P 500 schlossen im Plus, nachdem sie zwischenzeitlich ins Minus gerutscht waren. Dieser Rückenwind aus New York gibt dem Nikkei nun Grund für eine mögliche Fortsetzung der Gewinnserie.

Überkauft an der kritischen Marke

Charttechnisch ist die Lage allerdings angespannter, als es die Kursgewinne vermuten lassen. Der Index bewegt sich in der Widerstandszone zwischen 68.800 und 69.300 Punkten — und dort mehren sich die Warnsignale.

Der RSI notiert bei 71,4, der Money-Flow-Index sogar am Maximum von 100. Beides deutet auf eine überhitzte Kurzfristlage hin, während mehrfache obere Dochte bei 68.800 zeigen, dass Verkäufer genau dort aktiv werden, wo Bullen den Ausbruch suchen.

Ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 69.000 bis 69.300 würde neue Anschlusskäufe auslösen. Scheitert der Versuch erneut, drohen Rücksetzer Richtung 67.300, im schwächeren Fall bis 65.500. Als Absicherungslinie für das aktuelle Aufwärtsszenario gilt ein Schlusskurs unterhalb von rund 67.960 Punkten — fällt der Index darunter, wäre die bullische Grundtendenz in Frage gestellt.

Für den heutigen Handelstag bleibt die Ausgangslage zweigeteilt: gute fundamentale Vorzeichen aus den USA treffen auf eine technisch überkaufte Marktlage direkt vor dem entscheidenden Widerstand.

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