Nikkei 225: Fed-Signale drücken Futures ins Minus

Japans Leitindex legte 0,4 Prozent zu, während Fed-Signale und Tokios Inflation neue Sorgen über den weiteren geldpolitischen Kurs auslösten.

Die Kernpunkte:
  • Nikkei 225 steigt auf 66.405,56 Punkte
  • Technologiewerte führen die Erholung an
  • Kioxia und Sandisk planen Milliardeninvestitionen
  • Tokios Kerninflation übertrifft Markterwartungen

Der japanische Aktienmarkt schloss am Freitag mit Gewinnen, sieht sich jedoch nach dem Wochenende mit einer veränderten Stimmungslage konfrontiert. Während die Erholung im Technologiesektor den Nikkei 225 stützte, sorgten Äußerungen der US-Notenbank Federal Reserve und neue Inflationsdaten aus Tokio für Verunsicherung. Der Index beendete den gestrigen Handel bei 66.405,56 Punkten, was einem Plus von 0,4 Prozent entspricht.

Technologiesektor stützt den Handel

Getrieben von positiven Impulsen aus dem US-Halbleitersektor verzeichneten insbesondere japanische Technologiewerte deutliche Kursgewinne. Die Aktien von Trend Micro stiegen um 5,9 Prozent, während Recruit ein Plus von 4,9 Prozent verbuchte. Auch der Halbleiter-Spezialist Advantest konnte um 1,9 Prozent zulegen. Analysten führten diese Entwicklung auf eine technische Gegenbewegung nach der jüngsten Zahlenvorlage des US-Konzerns Nvidia zurück.

Flankiert wurde die Stimmung durch großangelegte Investitionspläne im Halbleiterbereich. Die Unternehmen Kioxia und Sandisk planen, bis zum Jahr 2032 mehr als 31 Milliarden US-Dollar in Japan zu investieren, um die Produktion von NAND-Speicherchips auszuweiten. Ein wesentlicher Teil dieser Summe soll in ein neues Werk in Kitakami fließen, dessen Betrieb für das Geschäftsjahr 2029 vorgesehen ist.

Hawkische Signale aus Jackson Hole

Überschattet wurde die positive Tendenz durch die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Notenbank-Symposium in Jackson Hole am Freitag. Warsh bezeichnete die aktuelle Inflationsrate von 3,7 Prozent als „besorgniserregend“ und betonte, dass die Preisstabilität oberste Priorität habe. Sollte sich der Preisauftrieb nicht deutlich verlangsamen, gebe es für die Notenbank noch „Arbeit zu erledigen“.

Infolge dieser Aussagen stiegen die Erwartungen an den Märkten für eine weitere Zinserhöhung im September deutlich an. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt am Terminmarkt kletterte auf über 50 Prozent. Diese restriktiven Signale belasteten die Kurse im späten US-Handel und drückten auch die Nikkei-Futures in der Nacht zum heutigen Samstag ins Minus.

Inflationsdruck in Tokio nimmt zu

Auch auf der heimischen Seite mehren sich die Anzeichen für eine straffere Geldpolitik. In Tokio stiegen die Verbraucherpreise im August den dritten Monat in Folge an. Die Kernrate, die frische Lebensmittel ausschließt, legte um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Dieser Wert lag leicht über den Erwartungen der Marktteilnehmer.

Gleichzeitig verdeutlichen Daten vom Arbeitsmarkt die Stabilität der japanischen Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote sank im Juli auf 2,4 Prozent, den niedrigsten Stand seit zwölf Monaten. Angesichts dieser Datenlage mehren sich Stimmen, die eine zeitnahe Reaktion der Bank of Japan erwarten.

BoJ-Vizegouverneur Himino sprach sich bereits für baldige Zinserhöhungen aus, sollte die wirtschaftliche Entwicklung den Prognosen entsprechen. Seit Jahresbeginn hat der Nikkei 225 bereits um 32 Prozent zugelegt, sieht sich nun aber durch das globale Zinsumfeld vor neuen Herausforderungen.

Anzeige

Nikkei 225: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nikkei 225-Analyse vom 29. August liefert die Antwort:

Die neusten Nikkei 225-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nikkei 225-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nikkei 225: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nikkei 225