Nikkei 225: SoftBank plant Billion-Yen-Anleihe

Der japanische Leitindex verliert 0,7 Prozent, während Halbleiterwerte vor Nvidias Bilanz und steigende Anleiherenditen den Markt drücken.

Die Kernpunkte:
  • Nikkei verliert 0,7 Prozent
  • Technologieaktien unter Druck
  • SoftBank plant Rekord-Anleihe
  • Zinserhöhung im September erwartet

Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat den Handel am heutigen Montag mit spürbaren Verlusten beendet. Das Börsenbarometer sank um 0,7 % auf einen Schlussstand von 65.528,09 Punkten.

Maßgeblich verantwortlich für den Rückgang war eine ausgeprägte Schwäche im Technologiesektor, während zugleich steigende Renditen am Anleihenmarkt die Attraktivität von Aktien belasteten. Trotz des heutigen Rücksetzers notiert der Index weiterhin 12 % über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Halbleiter-Sektor belastet vor Nvidia-Zahlen

Besonders Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz und der Halbleiterindustrie gerieten unter Verkaufsdruck. Marktteilnehmer verwiesen auf eine erhöhte Vorsicht im Vorfeld der am Mittwoch erwarteten Quartalsergebnisse des US-Chipgiganten Nvidia.

Innerhalb des japanischen Marktes verbuchte Kioxia ein Minus von 6,24 %, während die Papiere des Chipausrüsters Advantest um 3,89 % nachgaben. Auch Fujikura und Furukawa Electric gehörten am Montag zu den deutlichen Verlierern im Index.

Während der Nikkei 225 durch seine hohe Gewichtung von Technologiewerten belastet wurde, konnte sich der breiter gefasste TOPIX mit einem minimalen Plus von 0,15 % auf 4.073,29 Punkte stabilisieren. Dies unterstreicht eine zweigeteilte Marktentwicklung, bei der Industriewerte und Finanzaktien von den steigenden Zinsen teilweise profitieren konnten, während wachstumsstarke Tech-Titel abgestraft wurden.

SoftBank im Fokus nach Rekord-Anleihe

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand heute die Aktie der SoftBank Group, die mit einem Abschlag von 5,32 % schloss. Das Unternehmen von Masayoshi Son kündigte die Begebung einer Rekord-Anleihe für Privatanleger im Volumen von einer Billion Yen an. Es handelt sich dabei um die größte Emission dieser Art, die jemals von einem japanischen Unternehmen getätigt wurde.

Die siebenjährige Anleihe soll einen Kupon zwischen 4,3 % und 4,9 % tragen. Die Erlöse plant SoftBank primär für Investitionen in Künstliche Intelligenz sowie zur Finanzierung der Beteiligung am Entwickler OpenAI einzusetzen.

Steigende Renditen und geldpolitische Erwartungen

Parallel zur Sektor-Schwäche prägen die Entwicklungen am Rentenmarkt das Geschehen am Tokioter Parkett. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen (JGB) näherte sich zuletzt der Marke von 3 %.

Berichten zufolge erwägt das japanische Finanzministerium bereits, die Annahmen für den Schuldendienst im kommenden Haushaltsjahr auf 3,8 % anzuheben. Analysten von Nomura wiesen zudem darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung durch die Bank of Japan im September mittlerweile auf über 80 % taxiert wird.

Zusätzlicher Druck kam von den globalen Anleihenmärkten. Die Renditen der 30-jährigen US-Staatsanleihen stiegen über die Marke von 5,3 %, was die globalen Finanzierungskosten für Technologieunternehmen verteuert.

In diesem Umfeld notiert der Nikkei 225 aktuell mit einem Abstand von etwa 10 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Juni bei über 72.831 Punkten markiert wurde. Investoren blicken nun auf den Donnerstag, wenn sich der Vizegouverneur der Bank of Japan, Himino, öffentlich zu Wort melden wird.

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