Nikkei 225: SoftBank, Tokyo Electron treiben
Der japanische Leitindex schließt die Woche mit einem Minus von 1,7 Prozent, obwohl Chipwerte die Kurse am Freitag deutlich antreiben.

- Wochenminus von 1,7 Prozent trotz Erholung
- Chipwerte treiben Index am Freitag
- Breite des Marktes bleibt schwach
- Yen belastet als Unsicherheitsfaktor
Der Nikkei 225 hat eine Woche voller Gegensätze hinter sich. Erst sackte der japanische Leitindex spürbar ab, dann rissen ihn Halbleiterwerte in zwei furiosen Handelstagen fast wieder zurück auf die Ausgangslage. Am Ende blieb dennoch ein Minus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorwochenschluss.
Zum Wochenschluss stand der Index bei 68.557,73 Punkten, ein Plus von 1,20 Prozent zum Vortag. Nur einen Tag zuvor hatte der Nikkei bereits um 1,38 Prozent zugelegt. Die Erholung kam von einem tiefen Punkt: Am Mittwoch war der Index noch bei 66.819,05 Punkten aus dem Handel gegangen.
Halbleiterwerte treiben die Erholung
Die Wende kam von einer schmalen Gruppe Schwergewichte. SoftBank Group, Tokyo Electron und Advantest steuerten am Freitag zusammen rund 1.000 Punkte zum Kursgewinn des Index bei. Rückenwind kam auch aus New York: Der Dow Jones stieg um 139 Punkte auf 52.487,41, der Nasdaq Composite legte um 336 Punkte auf 26.206,89 zu.
Unter den Einzelwerten stach SUMCO Corp. heraus, der Halbleiterzulieferer sprang um 15,40 Prozent auf 5.244,00 Punkte. SoftBank Group gewann 10,65 Prozent auf 6.370,00 Punkte. Überraschend mischte auch Mitsubishi Motors mit einem Plus von 9,44 Prozent auf 361,80 Punkte unter den Tagesgewinnern mit.
Auf der Verliererseite traf es Konsumwerte. Sapporo Holdings verlor 3,70 Prozent, Fast Retailing gab um 3,59 Prozent nach, Ryohin Keikaku sank um 3,44 Prozent.
Breite fehlt trotz Kursgewinnen
Die Rally trug weniger Substanz, als die Indexstände vermuten lassen. An der Tokioter Börse fielen 21 von 33 Branchensektoren am Freitag, obwohl mehr Aktien stiegen als fielen. Nur Immobilien-, Bank- und Textilwerte trieben die Kurse spürbar nach oben.
Kohei Onishi von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities sieht den Markt in einer schwierigen Phase. Rückgabeverkäufe im Zusammenhang mit dem US-Depositary-Receipt-Listing von SK Hynix und ETF-Dividendenausschüttungen sorgten für „einen schwer lesbaren Markt“, so Onishi. Seine Einschätzung: Der Index dürfte vorerst um die Marke von 70.000 Punkten verharren.
Auch der Yen blieb ein Unsicherheitsfaktor. Das Paar USD/JPY gab am Freitag um 0,44 Prozent auf 161,66 nach, EUR/JPY fiel um 0,37 Prozent auf 184,93. Der Nikkei Volatility Index, der die implizite Volatilität von Nikkei-Optionen misst, kletterte auf 43,82 Punkte – ein neues Dreimonatshoch.
Charttechnisch noch Luft zum Rekord
Trotz der starken zwei Erholungstage bleibt der Index deutlich unter seinem Allzeithoch von 72.831,73 Punkten, erreicht am 22. Juni. Die Lücke beträgt gut 5.000 Punkte und spiegelt die Nervosität der vergangenen Wochen wider. Der gleitende 25-Tage-Durchschnitt liegt aktuell bei etwa 68.600 Punkten und entwickelt sich zu einem Widerstand, der kurzfristige Anstiege bremsen könnte.
Der Blick auf die zwölf Monate relativiert die jüngste Schwäche allerdings deutlich. Seit dem 52-Wochen-Tief von 39.459,62 Punkten im Juli 2025 hat der Index um mehr als 72 Prozent zugelegt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 66.055 Punkten, der Abstand zum langfristigen 200-Tage-Durchschnitt beträgt gut 22 Prozent – ein Zeichen für den intakten längerfristigen Aufwärtstrend trotz der jüngsten Schwankungen. Der RSI von 51,6 signalisiert dabei weder Über- noch Unterkauf.
Für die kommende Woche rechnen Marktstrategen mit einem erneuten Vorstoß in Richtung der 70.000-Punkte-Marke, gestützt von der starken US-Börsenstimmung. Ob der Index die psychologisch wichtige Schwelle nachhaltig überwindet oder erneut an Gewinnmitnahmen scheitert, dürfte sich auch an den US-Techzahlen entscheiden, die im weiteren Monatsverlauf anstehen.
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