Nikkei 225: Tech und Frieden beflügeln Tokio

Der japanische Leitindex steigt um 2,8 Prozent, getrieben von Halbleiterwerten und der Aussicht auf eine politische Einigung mit dem Iran.

Die Kernpunkte:
  • Nikkei 225 schließt mit 2,8 Prozent im Plus
  • Trump kündigt fast abgeschlossenes Iran-Abkommen an
  • Chipzulieferer wie Disco Corp. legen zweistellig zu
  • Ölpreise sinken, Risikobereitschaft der Anleger steigt

Zwei Kräfte treffen sich selten so günstig zur gleichen Zeit: eine politische Entspannung im Nahen Osten und eine kräftige Erholung der Technologiewerte. Der Nikkei 225 profitierte heute von beidem.

Iran-Signal bremst Militärangst

US-Präsident Donald Trump kündigte eine nahezu abgeschlossene Vereinbarung mit dem Iran an und stoppte geplante Militärschläge. Die Aussicht auf einen möglichen Waffenstillstand — inklusive Öffnung der Straße von Hormus — sorgte weltweit für Erleichterung. Die Ölpreise gaben nach, die Risikobereitschaft der Anleger kehrte zurück. Asiens Aktienmärkte reagierten mit breiten Kursgewinnen.

Der japanische Leitindex schloss mit einem Plus von 2,8 Prozent bei 66.020 Punkten.

Halbleiter als Zugpferd

Technologietitel trieben die Rally besonders voran. Zulieferer der Chipindustrie gehörten zu den stärksten Gewinnern — Disco Corp. etwa legte im zweistelligen Prozentbereich zu. Rückenwind kam auch aus den USA: Der Philadelphia Semiconductor Index war am Vortag um fast 8 Prozent gestiegen. Nach dem kurzen Ausverkauf im Techsektor der vergangenen Tage rückt der Fokus am Markt wieder auf Unternehmensgewinne und die von Künstlicher Intelligenz getriebene Hausse.

Der Nikkei schnitt damit stärker ab als Hongkong, wo der Hang-Seng-Index 1,6 Prozent zulegte. Südkorea übertraf Japan noch: Der Kospi stieg um 4,6 Prozent, angetrieben von Chipriesen wie Samsung und SK Hynix.

Wie nachhaltig die Erholung ist, hängt wesentlich davon ab, ob der Iran-Deal tatsächlich zustande kommt. Berichte über abgeschossene Drohnen und einen gestoppten Tanker in der Straße von Hormus zeigen, dass die Lage trotz Verhandlungen fragil bleibt. Ein mögliches Abkommen könnte bereits am Wochenende in Europa unterzeichnet werden — das würde dem Nikkei zu Beginn der neuen Handelswoche erneut Auftrieb geben.

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