Nikkei 225: Technologiewerte retten die Woche

Der japanische Leitindex schließt die Woche mit einem Tagesplus, bleibt aber im Wochenverlauf leicht im Minus. Geopolitische Spannungen und positive Meldungen aus der Schifffahrt prägten den Handel.

Die Kernpunkte:
  • Leitindex schließt mit 1,3 Prozent im Plus
  • Entspannung an wichtiger Öl-Schifffahrtsroute als Treiber
  • Starke Technologiewerte stützen die Kurse
  • Geopolitische Unsicherheiten belasten weiterhin

Der Tokioter Leitindex schloss heute mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 53.123 Punkten — ein versöhnlicher Abschluss einer insgesamt turbulenten Handelswoche. Unter dem Strich bleibt dennoch ein leichtes Wochenminus, denn die Verluste der Vortage konnten nur teilweise aufgeholt werden.

Hormus-Meldungen als Kurstreiber

Der Aufschwung kam nicht aus heiterem Himmel. Berichte über Fortschritte bei Verhandlungen zur Öffnung der Straße von Hormus — einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öl- und Gashandel — sorgten für spürbare Erleichterung unter den Marktteilnehmern. Besonders japanische Anleger reagierten sensibel auf diese Meldungen: Japan gehört zu den Ländern, die seit Kriegsbeginn im Iran-Konflikt Ende Februar am stärksten unter dem Ölpreisanstieg leiden. Der Nikkei hatte in diesem Zeitraum rund zehn Prozent seines Wertes eingebüßt.

Rückendeckung gaben zudem starke Technologiewerte, die sowohl in Tokio als auch im südkoreanischen Seoul die Kurse nach oben zogen. Der KOSPI legte sogar knapp drei Prozent zu.

Trumps Drohungen belasten die Stimmung

Die geopolitische Gemengelage bleibt belastend. US-Präsident Trump verschärfte seine Rhetorik gegenüber dem Iran zuletzt deutlich — er kündigte weitere Zerstörungen kritischer Infrastruktur an und ließ offen, wann eine Deeskalation folgen könnte. Öl verteuerte sich am Donnerstag zeitweise auf über 110 Dollar pro Barrel, was die energieintensive japanische Wirtschaft besonders trifft.

Hinzu kommen neue handelspolitische Unsicherheiten: Washington will 100-prozentige Zölle auf patentgeschützte Arzneimittel einführen und ändert die Berechnungsgrundlage für Stahl- und Aluminiumzölle — beides Maßnahmen, die das globale Handelsumfeld weiter belasten. Das dünne Handelsvolumen am Karfreitag, an dem viele westliche Märkte geschlossen hatten, dürfte die heutigen Kursgewinne zusätzlich begünstigt haben.

Ob die Erholung tragfähig ist, hängt maßgeblich davon ab, wie sich der Iran-Konflikt in den kommenden Wochen entwickelt. Die heute noch ausständigen US-Arbeitsmarktdaten könnten zudem neue Impulse für die Geldpolitik der Federal Reserve liefern — und damit indirekt auch für die Risikobereitschaft an den asiatischen Märkten.

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