NINTENDO-CHEF Iwata gestorben – Wie geht es mit Nintendo weiter?

Satoru Iwata, Chef des japanischen Videospieleriesen Nintendo, ist am Samstag gestorben, teilte der Konzern heute mit. Die Nachfolge ist noch nicht geklärt. Deswegen bleibt es fraglich, ob Nintendo an der neuen Unternehmensstrategie festhält, die Iwata wegen schwacher Zahlen vor einigen Monaten eingeleitet hat.

 

NintendoSatoru Iwata hat sein Lebenslang für Nintendo gearbeitet. Bereits in den 1980er Jahren hatte er als Programmierer und Entwickler für Nintendos Tochtergesellschaft HAL gearbeitet. Nur kurze Zeit später wurde er Koordinator für Softwareprodukte. 1993 übernahm er schließlich die Leitung von HAL, die er bis 2000 innehatte. Zur Jahrtausendwende wechselte er dann zum Mutterkonzern und wurde Chef der Abteilung Unternehmungsplanung von Nintendo. Innerhalb von zwei Jahren arbeitete er sich zum Chefposten hoch und wurde dessen vierter Präsident.

2014 haben Ärzte bei Iwata ein Gallengangkarzinom im Frühstadium entdeckt. Iwata sagte damals seinen Besuch im Juni 2014 auf der Branchenmesse E3 ab. Trotz aller Bemühungen waren die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung gering. Mit 55 Jahren erlag der Nintendo-CEO nur ein Jahr später dem Gallenkrebs.

 

Iwatas erfolgreiche Strategie

Zu den erfolgreichsten Projekten während der Amtszeit von Iwata zählen die Wii und Nintendo DS. Aber auch bei den Kultmarken wie „Mario“ oder „Zelda“ der Tochtergesellschaft HAL wirkte er maßgeblich mit.

Zuletzt haben sich die Unternehmensergebnisse eingetrübt. Iwata reagierte mit einem prompten Kurswechsel des Konzerns und konzentrierte sich von da an auf die Spielekonsolen. Im März verkündete Nintendo, die japanische Firma DeNA kaufen zu wollen.

DeNA gehört in Japan zu den populärsten Betreibern von Online-Spielen. Die Partnerschaft ermöglichte Nintendo Spiele-Apps für Smartphones und Tablets zu entwicklen. Im kommenden Herbst will Nintendo zum ersten Mal Spiele für mobile Endgeräte von Fremdherstellern vorstellen. Für 2016 ist eine neue Spielkonsole mit dem Codenamen NX geplant.

 

Nintendo schaffte es wieder in die Gewinnzone

Ende Mai verkündete Nintendo, dass es nach drei verlustreichen Jahren wieder Gewinn gemacht hatte. Im Geschäftsjahr 2014/15 lag der Gewinn bei 41,8 Mrd. Yen (rund 310 Mio. Euro). Der Grund für die Erholung war neben dem schwachen Yen auch bessere Verkaufszahlen der Spielekonsole Wii U. Sie stiegen um fast 25% auf rund 3,4 Mio. Geräte. Besonders Spiele wie „Mario Kart 8“ zählen zu den Umsatztreibern sowohl bei den Geräten als auch bei den Spielen selbst.

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2015/16 bleibt verhalten. Ein Reingewinn von 35 Mrd. Yen sei für Nintendo nicht zu erwarten, denn der Markt für Videospiele ist schwierig geworden. Ebenso wie die Konkurrenten, Sony und Microsoft, kämpft Nintendo damit, dass viele Nutzer Ihre Spiele günstiger oder gar kostenlos aus dem Internet herunterladen.

 

Nintendo-Aktie - Anleger ziehen sich zurück

Nach einem langen Seitwärtsgang zwischen 80 und 95 Euro schoss die Aktie im März diesen Jahren auf rund 174 Euro. Seitdem konsolidiert sie auf hohem Niveau. Auf die Todesmeldung hin reagierte die Aktie mit Verlusten. Solange die Nachfolge von Iwata und damit die Fortsetzung der neuen Strategie nicht geklärt ist, bleiben Anleger zurückhaltend.

 

Aus charttechnischer Sicht sind Rücksetzer bis 140 Euro eher unbedenklich. Bisher hat die Unterstützung bei rund 140 Euro gute Dienste erwiesen. Sollte diese allerdings nachhaltig fallen, droht für die Notierung ein Absturz auf 110 Euro oder noch weniger.

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