Nio Aktie: Auslieferungen boomen, Kurs bricht?

Nio lieferte im September mehr Fahrzeuge aus und erweiterte sein Batteriewechselnetz, während die Aktie nachgab.

Die Kernpunkte:
  • Nio-Aktie verlor 4,1 Prozent
  • September-Auslieferungen stiegen um 7,7 Prozent
  • Guangdong-Netz erreichte 500 Wechselstationen
  • Jahresminus der Aktie beträgt 36 Prozent

Der chinesische Elektroautobauer Nio geriet am gestrigen Mittwoch an den Börsen spürbar unter Verkaufsdruck. Die Aktie verlor 4,1 Prozent auf einen Schlusskurs von 3,04 Euro. Belastet wurde das Papier vor allem durch das schwache Branchenumfeld in China sowie anhaltende Diskussionen über europäische Handelsbeschränkungen.

Medienberichten zufolge brachen die gesamten Pkw-Einzelhandelsverkäufe auf dem chinesischen Heimatmarkt im September im Vorjahresvergleich um 28 Prozent auf 1,618 Millionen Fahrzeuge ein. Dieser allgemeine Nachfragerückgang zog die Papiere mehrerer chinesischer Hersteller nach unten.

Zugleich sorgen Debatten über europäische Importmaßnahmen für Verunsicherung im Sektor, auch wenn sich diese Diskussionen primär auf Hybridfahrzeuge konzentrieren und Nio ausschließlich reine Elektroautos vertreibt.

Zuwachs bei den eigenen Auslieferungen

Trotz des schwierigen Marktumfelds legten die Auslieferungen des Unternehmens im September zu. Im Monatsverlauf übergab der Konzern 37.408 Fahrzeuge an Kunden, was einem Anstieg von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Über die ersten drei Quartale summierten sich die Übergaben auf 300.301 Autos.

Auf Jahressicht entspricht das Dreivierteljahresergebnis einem Zuwachs von knapp der Hälfte gegenüber dem Vergleichszeitraum. Zusätzlichen Schub brachten dabei einzelne Modellreihen sowie die Zweitmarke des Konzerns.

Die Marke Onvo erreichte rund zwei Jahre nach dem Auslieferungsstart ihres ersten Modells die Schwelle von 200.000 Fahrzeugen. Das Modell ES9 trug im September, vor gut drei Wochen bereits als Meilenstein gewürdigt, Medienberichten zufolge mit 7.706 Einheiten zum Volumen bei.

Netzausbau und Feiertagsansturm

Parallel zum Fahrzeuggeschäft forciert das Unternehmen den Ausbau seiner Infrastruktur. In der Provinz Guangdong gingen sechs Batteriewechselstationen der fünften Generation in Betrieb. Damit wuchs das Netz in dieser Region auf 500 Stationen an, an denen insgesamt bereits mehr als 17 Millionen Batteriewechsel stattfanden.

Hohe Aktivität verzeichnete auch die Ladesparte Nio Power während der Feiertagswoche Anfang Oktober. Über das unternehmenseigene Netzwerk wurden mehr als zwei Millionen Lade- und Wechselvorgänge abgewickelt, darunter knapp 1,2 Millionen reine Akkutäusche. An der Börse bleibt das Bild trotz der operativen Zuwächse eingetrübt: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 36 Prozent.

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