Nio Aktie: Die Zellen-Wette?

EVE Energy und Gotion High-Tech könnten eine Testcharge herstellen; Großserienstart und Einsatz im geplanten 120-kWh-Akku bleiben offen.

Die Kernpunkte:
  • EVE Energy und Gotion als Fertigungspartner
  • Kleine erste Charge bis Ende 2026 geplant
  • 120-kWh-Akku ohne angekündigten Starttermin
  • Batterieentwicklung kostet über zwei Milliarden Yuan

Nios eigene Batteriezellen könnten bis Ende 2026 einen Schritt in Richtung Fertigung machen. Nach einem heutigen Bericht des Batteriebranchenmediums Jipian Lab sollen EVE Energy und Gotion High-Tech eine sehr kleine erste Charge herstellen. Eine kurzfristige Massenproduktion gilt allerdings als unwahrscheinlich. Für Anleger ist das ein Fortschritt im Entwicklungsprojekt, aber noch kein Beleg für dessen industrielle Skalierbarkeit.

Entwicklung intern, Fertigung bei Partnern

Nio setzt bei den großen zylindrischen Zellen auf interne Entwicklung und ausgelagerte Produktion. Die genannten Auftragsfertiger sollen damit die Herstellung übernehmen. Das Projekt befindet sich den Berichten zufolge noch in der Bemusterungs-, Test- und Versuchsfertigungsphase. Die Anforderungen an Fertigung und Validierung erschweren einen schnellen Übergang zu größeren Stückzahlen.

Die erste Zellversion hatte Nio im Dezember 2023 vorgestellt. Damals nannte das Unternehmen eine Energiedichte von 292 Wh/kg und eine Schnellladefähigkeit von 5C. Diese Angaben beschreiben den damaligen Entwicklungsstand.

Inzwischen ist das Zellformat nicht mehr auf den ursprünglichen Entwurf beschränkt. Die angekündigte Kleinserie lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres mit dem zuerst präsentierten Konzept gleichsetzen. Entscheidend ist zunächst, ob die Partner die selbst entwickelten Zellen erfolgreich fertigen und validieren können.

Batterieplan wartet weiter auf Serieneinsatz

Für den geplanten Akku mit 120 kWh gibt es weiterhin keinen Starttermin. CEO William Li erklärte am 7. August, dass die Entwicklung fortgesetzt werde. Der ET9 war im Dezember 2024 stattdessen mit einer CATL-Batterie auf den Markt gekommen.

Damit bleiben Zellfertigung und Fahrzeugeinsatz unterschiedliche Meilensteine. Selbst eine erfolgreiche erste Charge würde noch keinen unmittelbar bevorstehenden Marktstart des geplanten Akkus bedeuten. Ein Termin für die Ausweitung der Produktion wurde ebenfalls nicht genannt.

Der finanzielle Einsatz ist bereits erheblich: Im September bezifferte Li die Ausgaben für die Batterieentwicklung auf mehr als 2 Mrd. Yuan. Das verdeutlicht die Bedeutung des Projekts für Nio, ohne bereits dessen wirtschaftlichen Ertrag zu belegen.

Auch beim Aufbau eigener Fertigungskapazitäten hatte Nio seine Pläne gebremst. Für das geplante Batteriewerk in Hefei stoppte das Unternehmen Berichten zufolge später die Ausrüstungskäufe. Der Weg über Auftragsfertiger unterscheidet sich damit vom ursprünglich vorgesehenen Aufbau einer eigenen Fabrik.

CATL bleibt parallel wichtig

Während Nio die eigenen Großzellen weiterentwickelt, baut das Unternehmen die Bezüge prismatischer CATL-Zellen für Onvo und Firefly aus. Eigenentwicklung und externe Batterieversorgung laufen somit parallel. Die erwartete Versuchsfertigung ersetzt diese Lieferbeziehungen nicht.

Für Anleger liegt die Aussage der heutigen Nachricht deshalb vor allem im Entwicklungsfortschritt. Die Benennung möglicher Fertigungspartner macht den Produktionsweg konkreter. Offen bleiben jedoch der Übergang zur Großserie und der Start des vorgesehenen Fahrzeugakkus. Erst diese Schritte würden zeigen, wie weit Nio seine eigene Zelltechnik über die Entwicklungsphase hinausführen kann.

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