Nio Aktie: Geely-Deal statt Schuldenlast?
Nio meldet höhere Fahrzeugauslieferungen und teilt die Ladeinfrastruktur mit Geely; beide Transaktionen benötigen noch behördliche Genehmigungen.

- Geely soll 30 Prozent an NIO Power übernehmen
- Nio China behält die Kontrolle über NIO Power
- September-Auslieferungen steigen um 7,7 Prozent
- Aktie liegt seit Jahresbeginn 37 Prozent im Minus
Die strategische Entwicklung bei Nio ist von einer deutlichen Zweiteilung geprägt: Auf der einen Seite forciert der chinesische Elektroautobauer den Hochlauf seiner Auslieferungszahlen. Auf der anderen Seite öffnet das Unternehmen sein kostenintensives Ladenetzwerk für externe Partner, um finanzielle Lasten zu teilen und branchenweite Standards voranzutreiben.
Umbau der Ladeinfrastruktur mit Geely
Im Zentrum dieser Neuausrichtung steht eine umfassende Vereinbarung mit der Geely Holding Group über das Lade- und Batteriewechselgeschäft. Ein Tochterunternehmen von Geely übernimmt demnach einen Anteil von 30,0 Prozent an der Infrastrukturtochter NIO Power.
Als Gegenleistung bringt Geely die vollständige Beteiligung an Yiyi Internet Technology (Chongqing) sowie 640 Millionen RMB in bar ein. Nio China behält mit 63,6 Prozent die unternehmerische Kontrolle über die Sparte.
Der Abschluss bewertet NIO Power rechnerisch mit rund 16 Milliarden RMB nach Vollzug. Parallel dazu übernimmt Nio China eine Beteiligung von 10,0 Prozent an der Geely-Tochter Haohan Energy. Dieser Partner erwirbt zudem ausgewählte Ladeanlagen von Nio gegen eine Barzahlung.
Wie die South China Morning Post berichtete, soll die Kooperation den Weg für einheitliche Standards bei Wechselstationen und kompatiblen Fahrzeugmodellen bereiten. Die Öffnung der Plattform markiert eine Abkehr vom rein exklusiven Netzbetrieb, bringt aber Skaleneffekte mit sich. Beide Transaktionen stehen unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen sowie üblicher Vollzugsbedingungen.
Volumenwachstum im bisherigen Jahresverlauf
Im operativen Fahrzeuggeschäft meldete Nio für den September 37.408 Auslieferungen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies einen Zuwachs von 7,7 Prozent.
Über das gesamte dritte Quartal belief sich das Absatzvolumen auf 109.178 Einheiten, ein Anstieg um 25,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für die ersten drei Quartale zusammengenommen meldete der Konzern 300.301 Fahrzeugauslieferungen.
Die Absatzzahlen belegen eine anhaltende Nachfrage im chinesischen Heimatmarkt, in dem der Wettbewerbsdruck unter den Herstellern hoch bleibt. Für Nio kommt es darauf an, das höhere Volumen in stabilere Deckungsbeiträge umzumünzen, während die geteilte Infrastruktur künftig die laufenden Investitionsausgaben dämpfen soll.
Verhaltener Trend an den Börsen
Am Kapitalmarkt spiegeln sich die operativen Zuwächse und die strategischen Kooperationen bislang kaum wider. Zum Handelsschluss am Freitag lag die Notierung bei 3,00 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 37 Prozent und bewegt sich damit nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 2,96 Euro.
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