Nokia Aktie: 1.600 Stellen in Hangzhou geschlossen
Nokia beendet weitgehend sein China-Engagement, streicht 1.600 Stellen und setzt künftig verstärkt auf KI und 6G-Forschung.

- Schließung des Entwicklungszentrums in Hangzhou
- Umsatz in Großchina um 58 Prozent gesunken
- Nokia führt Mobile-Core-Ranking von Omdia an
- Nvidia investiert eine Milliarde Dollar
Nokia schließt sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Hangzhou. Rund 1.600 Stellen sind betroffen. Der Schritt markiert den vorläufigen Höhepunkt eines Rückzugs aus dem chinesischen Markt, den der finnische Netzwerkausrüster seit Jahren vollzieht.
Die Zahlen zeigen das Ausmaß: Der Umsatz in Großchina fiel von 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 913 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Rückgang um 58 Prozent.
Die Mitarbeiterzahl vor Ort schrumpfte im selben Zeitraum von 13.700 auf 7.200. Im margenträchtigen 5G-Geschäft kommt Nokia in China mittlerweile auf einen Marktanteil von unter drei Prozent, gegen die heimische Konkurrenz von Huawei und ZTE hat der Konzern dort kaum eine Chance.
Nokia reagiert mit einem grundlegenden Konzernumbau: Aus vier Sparten werden zwei, der Fokus verschiebt sich auf 6G-Forschung und Künstliche Intelligenz. Zusätzlich zum China-Rückzug plant Nokia laut Berichten weitere 2.000 Stellenstreichungen in Europa. Der Umbau soll Kapazitäten und Kapital dorthin lenken, wo Nokia noch wachsen kann – vor allem im KI- und Cloud-Geschäft, das zuletzt deutlich zulegte.
Technologieführerschaft als Gegengewicht
Während sich Nokia aus China zurückzieht, untermauert der Konzern anderswo seine technologische Position. Im aktuellen Marktbericht „Market Landscape: Core Vendors“ des Analysehauses Omdia belegt Nokia zum zweiten Mal in Folge den ersten Platz beim Mobile-Core-Portfolio – und das in allen sieben untersuchten Kategorien, darunter 5G Core, Cloud-native Architekturen und KI/ML-Funktionen.
Nokia verweist zudem auf die weltweit erste kommerzielle 5G-Core-Lösung als Software-as-a-Service. Omdia-Analyst Roberto Kompany lobt den umfassenden Ansatz des Unternehmens.
Der Strategiewechsel fällt in eine Phase, in der Nokia auch von einer prominenten Partnerschaft profitiert: Nvidia investiert eine Milliarde Dollar in den Konzern, ein Signal für das Vertrauen in Nokias KI-Ambitionen jenseits des klassischen Netzwerkgeschäfts.
Kurs unter Druck, Analysten bleiben zuversichtlich
An der Börse kommt der Umbau bislang nicht gut an. Die Nokia-Aktie notiert aktuell bei 8,71 Euro und büßt am heutigen Montag rund ein Prozent ein. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 7 Prozent zu Buche – ein deutlicher Dämpfer nach der starken Rally der vergangenen Monate, in der sich der Kurs binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt hat.
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt das Analystenbild insgesamt konstruktiv. Von 18 Analysten vergeben 13 ein Kaufvotum, drei raten zum Halten und zwei zum Verkauf – macht in Summe ein „Moderate Buy“-Rating mit einem durchschnittlichen Zwölfmonatsziel von 12,57 Dollar.
Die jüngsten Quartalszahlen stützten dieses Bild: Nokia übertraf im zweiten Quartal 2026 die Gewinnerwartungen mit 0,08 Dollar je Aktie gegenüber einem Konsens von 0,07 Dollar, der Umsatz legte um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob der Konzern den schmerzhaften China-Rückzug schnell genug durch Wachstum in KI, optischen Netzen und 6G-Forschung kompensieren kann. Die Technologieführerschaft im Mobile-Core-Segment und die Partnerschaft mit Nvidia liefern Argumente dafür – der Kursrückgang der vergangenen Woche zeigt jedoch, dass der Markt den Strategieschwenk noch nicht vollständig goutiert.
Nokia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nokia-Analyse vom 24. August liefert die Antwort:
Die neusten Nokia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nokia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nokia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




