Nokia Aktie: 1 Milliarde Euro von KI-Kunden
JPMorgan hebt Kursziel auf 18 Euro an, Milliardenaufträge aus dem KI-Sektor treiben Nokias Wachstum. Analysten sehen Kurspotenzial.

- JPMorgan erhöht Kursziel auf 18 Euro
- Milliardenaufträge aus KI- und Cloud-Sektor
- Nvidia hält Anteile an Nokia
- 5G-Modernisierungsvertrag in Indonesien
Nokia hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. Der Kurs schloss am Freitag bei 12,79 Euro — ein Tagesplus von gut fünf Prozent. Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie mehr als verdoppelt. Treiber ist eine Kombination aus aggressiven Analystenupgrades und konkreten Milliardenaufträgen im KI-Bereich.
JPMorgan setzt neues Kursziel von 18 Euro
Den stärksten Impuls lieferte JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande. Er hob das Kursziel für die in Helsinki notierte Aktie von 12 auf 18 Euro an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. An der New Yorker Börse verdoppelte die Bank ihr Ziel für die Nokia-ADRs von 14 auf 21 Dollar.
Die Begründung ist weitreichend. JPMorgan erwartet, dass Nokias operatives Ergebnis im Jahr 2028 rund 58 Prozent über dem aktuellen Unternehmensziel von 2,95 Milliarden Euro liegen wird. Als Haupttreiber nennt Deshpande einen strukturellen Wandel im optischen Netzwerkmarkt und neue Switch-Architekturen — Entwicklungen, die in den Konsensschätzungen noch kaum eingepreist seien.
Eine Milliarde Euro Auftragseingang aus dem KI-Sektor
Hinter dem Analystenoptimismus stecken handfeste Zahlen. Nokia meldete einen Auftragseingang von einer Milliarde Euro von KI- und Cloud-Kunden. Die Verträge betreffen vor allem optische Netzwerke — die Infrastruktur, die riesige KI-Rechenzentren miteinander verbindet.
Das Management reagierte prompt. Der Wachstumsausblick für die Sparte Network Infrastructure 2026 wurde auf 12 bis 14 Prozent angehoben. CEO Justin Hotard sprach von einer „KI-optischen Revolution“ und kündigte höhere Investitionen in optische und IP-Netze an. Morningstar-Analysten bestätigten, dass Hyperscaler — also große Cloud-Anbieter — zunehmend zur dominanten Umsatzquelle werden.
Nvidia als Aktionär, Indonesien als neuer Markt
Nokia baut sein KI-Profil weiter aus. Das Unternehmen führt ein sogenanntes Agentic-AI-Framework für seine Netzwerkmanagement-Plattform ein. Autonome KI-Agenten sollen dabei komplexe Aufgaben wie Fehleranalyse und Netzwerk-Troubleshooting übernehmen. Die kommerzielle Verfügbarkeit ist für Ende 2026 geplant.
Parallel dazu sicherte sich Nokia einen 5G-Modernisierungsvertrag mit Indosat Ooredoo Hutchison in Indonesien — inklusive landesweitem KI-RAN-Rollout auf GPU-beschleunigten Plattformen. Bemerkenswert ist außerdem: Nvidia hält rund 166 Millionen Nokia-ADRs, was etwa acht Prozent von Nvidias gemeldetem Aktienportfolio entspricht.
Starke Rally, aber kein überhitzter Markt
Trotz des rasanten Anstiegs zeigt der RSI mit 53,9 keinen überkauften Zustand an. Der Kurs liegt zwar deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 10,95 Euro, bewegt sich aber noch rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro vom 3. Juni.
Den nächsten konkreten Prüfstein liefern die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr — erwartet im Juli 2026. Dann zeigt sich, ob die Auftragsflut aus dem KI-Bereich bereits in den Margen ankommt.
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