Nokia Aktie: 10.000 Standorte von Telecom Italia
Nokia treibt mit KI-Infrastruktur und 5G-Aufträgen das Wachstum voran, während der Aktienkurs unter dem Jahreshoch bleibt.

- Neues KI-Innovationslabor in Kalifornien
- 5G-Ausbauvertrag mit Telecom Italia
- Großaktionär FMR reduziert Beteiligung
- Quartalszahlen für Q2 am 23. Juli
Nokia baut gerade an zwei Fronten gleichzeitig aus: bei künstlicher Intelligenz und beim 5G-Ausbau in Europa. Die Aktie kostet aktuell 11,11 Euro und verliert heute 1,72 Prozent. Trotzdem bleibt die Jahresbilanz beeindruckend: Seit Januar hat sich der Kurs praktisch verdoppelt.
Großaktionär reduziert Anteil
Der US-Fondsriese FMR LLC hat seine Nokia-Beteiligung unter die Meldeschwelle von 5 Prozent gedrückt. Zum 8. Juli hielt FMR noch 4,87 Prozent der insgesamt 5,74 Milliarden Nokia-Aktien, zuvor waren es 5,20 Prozent. Die Meldung erfolgte nach dem finnischen Wertpapiermarktgesetz.
Parallel dazu hat Nokia am 9. Juli gut 43,5 Millionen eigene Aktien an Teilnehmer seiner Mitarbeiterbeteiligungsprogramme übertragen. Nach dieser Transaktion hält der Konzern noch 88,6 Millionen eigene Aktien im Bestand. Grundlage ist ein Vorstandsbeschluss vom Oktober 2025 zur Abwicklung bestehender Anreizprogramme.
KI-Infrastruktur als Wachstumstreiber
Im Mai eröffnete Nokia in Sunnyvale, Kalifornien, ein neues Innovationslabor für KI-Netzwerktechnik. Der Konzern arbeitet dort mit Partnern wie AMD, Keysight, Lenovo und Nscale zusammen. Ziel ist die Entwicklung leistungsstarker Netzwerkarchitekturen für Training und Betrieb von KI-Modellen.
Das Labor testet sogenannte Nokia Validated Designs in Rechenzentrumsumgebungen mit mehreren Anbietern. Die Strategie passt zum wachsenden Bedarf an KI-tauglicher Infrastruktur weltweit.
Auch bei Analysten kommt das an. JPMorgan hat seine Einschätzung zu Nokia zuletzt angepasst — nach Berichten über rund eine Milliarde Euro an KI- und Cloud-bezogenen Optik-Aufträgen. Parallel erhöht Nokia seine Photonik-Chip-Kapazität in Pennsylvania um das Zehnfache, um die steigende Nachfrage nach schnellen Datenübertragungskomponenten zu bedienen.
Ericsson verliert Boden in Italien
Im europäischen Kerngeschäft punktet Nokia gegen den Erzrivalen Ericsson. Im November 2025 sicherte sich der Konzern einen Dreijahresvertrag mit Telecom Italia zum Ausbau des 5G-Netzes. Nokia übernimmt dabei rund 10.000 Standorte in Italien, die bisher von Ericsson betrieben wurden.
Der Deal soll Nokias Anteil am Funknetz des italienischen Betreibers um etwa 40 Prozentpunkte steigern. Ein ähnlicher Erfolg gelang dem Konzern kürzlich bereits bei VodafoneThree in Großbritannien. Zwei große Marktgewinne in kurzer Zeit — das unterstreicht Nokias Fortschritte im europäischen 5G-Geschäft.
Kurs unter Druck trotz starker Basis
Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 61,58 Milliarden Euro. Vom 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, erreicht Anfang Juni, ist die Aktie inzwischen rund 26 Prozent entfernt. Auf Monatssicht steht ein Minus von 4,22 Prozent zu Buche, der Kurs notiert damit auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 12,10 Euro.
Der RSI von 45,9 signalisiert derzeit weder Über- noch Unterkauf. Die annualisierte Volatilität von gut 71 Prozent zeigt aber: Der Titel bleibt ein Nervenkitzel für Trader.
Am 23. Juli legt Nokia seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Nach den jüngsten Auftragsmeldungen aus dem KI-Geschäft und den Netzwerkgewinnen in Italien und Großbritannien dürfte der Bericht zeigen, wie viel davon bereits in den Zahlen ankommt.
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