Nokia Aktie: 13,1 Prozent Minus trotz Taiwan-Deal

Nokia erhält bedeutenden 5G-Ausbauauftrag von Taiwan Mobile, dennoch fällt die Aktie auf ein Sieben-Tages-Minus von über 13 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Neuer 5G-Vertrag mit Taiwan Mobile
  • Lieferung KI-gestützter Netzwerktechnik
  • Aktie verliert trotz Auftrag deutlich
  • Quartalszahlen Ende Juli erwartet

Nokia meldet einen neuen Großauftrag aus Taiwan. Die Aktie reagiert trotzdem mit einem satten Minus. Zwischen operativer Stärke und Kursverlauf klafft derzeit eine deutliche Lücke.

Am 14. Juli 2026 hat Nokia einen 5G-Ausbauvertrag mit Taiwan Mobile unterzeichnet. Der finnische Netzwerkausrüster will damit den Umstieg des taiwanesischen Betreibers auf KI-native Mobilfunknetze beschleunigen. Finanzielle Details zum Deal nennen beide Seiten nicht.

Konkret liefert Nokia sein AirScale-Portfolio: neue Basisstationen, Funktechnik und KI-gestützte Software für das bestehende Netz von Taiwan Mobile. Die Software soll Abläufe automatisieren, den Energieverbrauch senken und die Netzwerk-Kapazität für 5G-Dienste wie Network Slicing und RedCap erhöhen. Hintergrund ist der wachsende Datenverkehr durch KI-Anwendungen, der bestehende Netze zunehmend belastet.

Ausbau der KI-Strategie

Mark Atkinson, bei Nokia zuständig für das RAN-Geschäft, bezeichnet die Vereinbarung als Fortsetzung einer langjährigen Partnerschaft mit Taiwan Mobile. Sie lege den Grundstein für 5G-Advanced und die nächste Netzgeneration. Taiwan-Mobile-Präsident Jamie Lin nennt die Zusammenarbeit einen zentralen Baustein der eigenen Strategie für ein leistungsfähiges und nachhaltiges Netz.

Der Taiwan-Deal reiht sich in eine größere Offensive ein. Erst am 15. Juli 2026 hat Nokia die nach eigenen Angaben erste kommerzielle AI-RAN-Plattform der Branche vorgestellt. Sie basiert auf der hauseigenen anyRAN-Software und Nvidias Aerial-AI-RAN-Technologie und soll bis 2028 die Spektraleffizienz um mehr als 100 Prozent steigern. Erste Pilotprojekte sind für Ende 2026 geplant, die kommerzielle Verfügbarkeit soll 2027 folgen.

Kurs bricht trotz guter Nachrichten ein

An der Börse zeigt sich davon wenig. Die Nokia-Aktie schloss am Mittwoch bei 9,85 Euro. Binnen sieben Tagen verlor das Papier 13,1 Prozent, auf Monatssicht sogar 18,76 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,97 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, trennen die Aktie inzwischen 34,18 Prozent. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 12,02 Euro liegt derzeit rund 18 Prozent über dem aktuellen Kurs. Der RSI von 37,1 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain, während die annualisierte Volatilität mit 72,81 Prozent hoch bleibt.

Der Blick auf die längere Frist relativiert das Bild allerdings deutlich. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 76,98 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 142,53 Prozent. Der jüngste Rückgang wirkt damit eher wie eine Korrektur nach einer steilen Rally als wie ein fundamentaler Bruch.

Am 23. Juli 2026 legt Nokia die Zahlen zum zweiten Quartal und zum ersten Halbjahr vor. Der Bericht dürfte zeigen, ob sich die Vertragsgewinne aus Taiwan und das AI-RAN-Geschäft bereits in konkreten Umsatzzahlen niederschlagen.

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