Nokia Aktie: 18-Prozent-Minus nach KI-Rallye
Nokia-Aktie fällt nach starkem Jahresplus um 18 Prozent. Analysten sehen trotz solider Quartalszahlen und angehobener Prognose Risiken in den Altgeschäften.

- Kursrutsch von fast 18 Prozent
- Gewinnmitnahmen nach KI-getriebener Rallye
- Solide Quartalszahlen mit Umsatzplus
- Anleiheemission zur Umschuldung
Die Nokia-Aktie verliert rasant an Wert. Fast 18 Prozent Minus stehen für die vergangene Woche auf der Anzeigetafel. Am Mittwoch rutschte der Kurs weiter auf 11,80 Euro ab. Ein massiver Einbruch. Dennoch steht seit Jahresbeginn ein beachtliches Plus von 112 Prozent.
Der Rücksetzer gleicht einer harten Korrektur. Investoren nehmen nach der steilen KI-Rallye nun Gewinne mit. Die fundamentale Bewertung hatte sich zuletzt überschlagen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis verdoppelte sich seit Januar von 17 auf rund 36.
Dabei machen KI und Cloud-Dienste zum Jahresstart erst acht Prozent des Konzernumsatzes aus. Schwache Altgeschäfte bremsen den Aufschwung. Der Umsatz im Bereich Festnetze fiel um 13 Prozent. Das weckt Sorgen am Markt. Schrumpfende Altlasten könnten die Gewinne der neuen Wachstumsfelder wieder auffressen.
Starkes Quartal trifft auf Skepsis
Operativ lieferte der Konzern zuletzt solide Zahlen. Der Quartalsumsatz stieg auf 4,5 Milliarden Euro. Der vergleichbare operative Gewinn kletterte um 54 Prozent auf 281 Millionen Euro. Daraufhin hob das Management die Jahresprognose an.
Der operative Jahresgewinn soll nun zwischen 2,0 und 2,5 Milliarden Euro liegen. BNP-Paribas-Analyst Jakob Bluestone fasst das Dilemma treffend zusammen. In Nokia stecke ein kleines Wachstumsunternehmen. Die alte Nokia sei aber nicht verschwunden.
Analysten der Bank of America bleiben optimistischer. Sie hoben das Kursziel auf 14,40 Euro an. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen.
Teure Umschuldung
Abseits des Börsenparketts ordnet Nokia seine Finanzen neu. Anfang Juni platzierte der Konzern unbesicherte Anleihen über 500 Millionen Euro. Diese Papiere laufen bis Juni 2032. Sie sind mit einem festen Kupon von 3,625 Prozent ausgestattet.
Nokia tilgt damit eine ältere Anleihe. Diese wird im Jahr 2028 fällig. Der Zins lag dort bei lediglich 3,125 Prozent. Der Konzern streckt seine Schulden also um vier Jahre. Der Preis dafür: ein spürbar höherer Zinsaufwand.
Am 23. Juli präsentiert Nokia die Ergebnisse für das zweite Quartal. Dann muss das Management beweisen, dass die Infrastruktursparte die strukturellen Gegenwinde dauerhaft ausgleicht. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für weitere Schwankungen.
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