Nokia Aktie: 2,8 Milliarden Euro AI-Aufträge
Nokia profitiert von starken KI-Aufträgen, Analysten erhöhen Kursziele. Restrukturierung und China-Rückzug belasten jedoch die Aktie.

- Bank of America erhöht Kursziel
- SEB stuft Nokia auf Kaufen hoch
- KI-Aufträge verdoppeln Segmentumsatz
- China-Rückzug belastet Aktienkurs
Bank of America und SEB Equities haben ihre Kursziele für Nokia vor gut einer Woche deutlich angehoben. Auslöser war ein Auftragsschub im Geschäft mit Künstlicher Intelligenz, der die Erwartungen der Analysten übertraf. Bank of America bestätigte am 12. August ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel auf 18,50 US-Dollar an.
Die Analysten begründeten den Schritt mit einem AI-bezogenen Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro, der weit über den Prognosen lag. SEB Equities zog am selben Tag nach, stufte die Aktie auf Kaufen hoch und nannte ein Kursziel von 12 Euro. Beide Häuser stützten ihre Einschätzung auf die Nachfrage aus dem KI- und Cloud-Geschäft.
Die Grundlage für den Optimismus lieferten die Quartalszahlen, die Nokia am 23. Juli veröffentlicht hatte. Der Gewinn je Aktie stieg im zweiten Quartal auf 0,07 Euro von zuvor 0,04 Euro, der Umsatz kletterte auf 4,82 Milliarden Euro.
Getragen wurde das Wachstum von den erwähnten AI- und Cloud-Aufträgen über 2,8 Milliarden Euro, wodurch sich der Umsatz in diesem Segment mehr als verdoppelte. Nokia hob daraufhin seine Prognose für den operativen Gewinn 2026 auf eine Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro an und senkte gleichzeitig die geplanten Investitionsausgaben auf 800 bis 900 Millionen Euro.
Für das dritte Quartal stellt das Management einen sequenziellen Umsatzanstieg von 3 bis 7 Prozent in Aussicht, wobei der Gewinn zunächst stagnieren, im vierten Quartal aber wieder anziehen soll.
Restrukturierung belastet trotz guter Geschäftszahlen
Parallel zu den positiven Segmentzahlen treibt Nokia einen umfassenden Konzernumbau voran. Allein im zweiten Quartal fielen Restrukturierungskosten von 390 Millionen Euro an, für das Gesamtjahr rechnet das Management inzwischen mit 800 Millionen Euro.
Ein Teil davon entfällt auf ein rund 350 Millionen Euro schweres China-Restrukturierungsprogramm, das Nokia zusammen mit den Quartalszahlen angekündigt hatte. Zudem stufte der Konzern sein Geschäft mit Fixed Wireless Access CPE und Enterprise Campus Edge als nicht fortgeführte Aktivitäten ein.
Die CPE-Sparte soll an Inseego gehen, für Enterprise Campus Edge gilt ein Verkauf als sehr wahrscheinlich. Der Vorstand beschloss am 23. Juli zudem eine Dividende von 0,04 Euro je Aktie.
Trotz der operativen Fortschritte und der frischen Kaufempfehlungen gibt der Aktienkurs derzeit nach. Das Papier notiert bei 8,73 Euro und liegt damit rund 12 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,94 Euro.
Auf Wochensicht verlor die Aktie 5,8 Prozent, auf Monatssicht 7,3 Prozent. Der jüngste Kursrückgang steht damit im Kontrast zu den optimistischen Analystenstimmen von Mitte August und dürfte auch mit der Unsicherheit rund um den China-Rückzug zusammenhängen.
Ausblick bleibt zweigeteilt
Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite treiben starke AI-Auftragseingänge und eine angehobene Gewinnprognose die fundamentale Bewertung, was sich in den Kurszielerhöhungen von Bank of America und SEB Equities widerspiegelt.
Auf der anderen Seite belasten hohe Restrukturierungskosten und der schrittweise Rückzug aus China die kurzfristige Kursentwicklung. Trotz der jüngsten Schwäche liegt die Aktie seit Jahresbeginn noch immer 56 Prozent im Plus und hat sich binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt.
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